PsyCheck

Foto: © Apichon Pechnun / Fotolia.com; Frauenhand am Schreiben

Für unsere Mitgliedsbetriebe bieten wir die Möglichkeit, die ersten Schritte der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung mit Hilfe einer Mitarbeiterbefragung durchzuführen. Unser Betriebsumfrage „PsyCheck" ist eine Onlinebefragung zur Analyse und Bewertung arbeitsbedingter psychischer Belastung, die über das Portal „meineBGHM“ durchgeführt wird. Dabei werden die wesentlichen Merkmale arbeitsbedingter psychischer Belastung und deren Auswirkungen erfasst. Somit werden die Arbeitsorganisation, die Arbeitsinhalte, die Arbeitsumgebung und die sozialen Beziehungen der einzelnen Arbeitsbereiche genauer unter die Lupe genommen.

Im Anschluss an die Befragung erhält das Unternehmen einen umfassenden Bericht, in dem die Ergebnisse aller Arbeitsbereiche dargestellt werden. Er zeigt Risikobereiche auf und gibt Anhaltspunkte, inwieweit Handlungsbedarf besteht. Zusätzlich werden Hinweise zur der Arbeitsgestaltung gegeben. Die Ergebnisse des PsyChecks unterstützen Sie somit bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung. Die Ableitung von Maßnahmen und die Weiterführung der Gefährdungsbeurteilung werden somit in geeigneter Form vorbereitet.

Eckpunkte zum PsyCheck 

  • Online-Befragung (Zugangsmöglichkeiten durch PC oder mobiles Endgerät) 
  • Beratung und Unterstützung durch Experten der BGHM
  • Anonyme Auswertung (Datenschutz wird gewährleistet) 
  • Eignung für Unternehmen ab 15 Beschäftigte
  • Leistung im Mitgliedsbeitrag enthalten
  • Tätigkeitsklasse(n): universell
  • Branche(n): Holz und Metall
  • Durchführungszeit der Befragung: 15 - 20 Minuten 
  • Merkmalsbereiche und Faktoren im Sinne der Anforderungen des gesetzlichen und untergesetzlichen Regelwerkes 

Zusätzliche Informationen zum PsyCheck

1. Beratung

  • Durchführung eines Beratungsgespräch zum Einsatz des Umfrageinstruments PsyCheck im Unternehmen 

2. Planung

  • Zusendung der benötigten Dokumente durch die BGHM
  • Planung der Durchführung im Unternehmen z.B. durch den Arbeitsschutzausschuss
  • Festlegung einer verantwortlichen Person (Ansprechpartner), die den Ablauf der Umfragen betreut
  • Einteilung der Beschäftigten in Befragungsgruppen
  • Übermittlung des Zeitplans und der ausgefüllten Dokumente an die BGHM
  • Sicherung der Zugriffsrechte des Ansprechpartners für meineBGHM

3. Durchführung 

  • Information der Beschäftigten über die bevorstehende Mitarbeiterbefragung
  • Schulung der Führungskräfte zur Thematik Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, Empfehlung hierzu z.B. www.psyga.info   
  • Anlegen der Umfragen in meineBGHM durch die BGHM
  • Versendung eines Zugangangscodes an die Beschäftigten zur Umfrage durch das Unternehmen aus meineBGHM 
  • Teilnahme der Beschäftigten über PC oder Smartphone an der Befragung
  • Abschluss der Umfragen nach Ablauf der festgelegten Dauer für die Durchführung (max. 100 Tage) in meineBGHM durch das Unternehmen

4. Auswertung & Abschluss

  • Automatische Datenübertragung an die BGHM
  • Erstellung der Ergebnisberichte durch die BGHM
  • Übermittlung der Ergebnisberichte durch die BGHM an das Unternehmen
  • Abschlussgespräch mit der BGHM und Planung des weiteren Vorgehens zur Maßnahmenfindung
     

Theoretische Grundlagen

Das Modell der BGHM mit dem PsyCheck-Verfahren bildet die Anforderungen der folgenden Vorschriften und Leitfäden ab:

  • Arbeitsschutzgesetz
  • DGUV Vorschrift 1 und DGUV Regel 1
  • GDA „Leitlinie Beratung und Überwachung bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz“
  • GDA „Empfehlungen zur Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung“
  • DIN EN ISO 10075-1:2018

Grundlage bilden die folgenden wissenschaftlichen Konzepte:

  • Erweitertes Belastungs- Beanspruchungsmodell (DIN EN ISO 10075)
  • Job-Demand-Control-Model (Prof. Karasek University of Southern California Los Angeles)
  • Modell der Gratifikationskrisen (Prof. Sigrist Universität Düsseldorf)
  • Modell der Selbstwirksamkeitserwartung (Prof. Schwarzer Freie Universität Berlin)
  • Handlungsregulations-Modell (Prof. Hacker & Prof. Richter Technische Universität Dresden)

Aussagequalität und Restriktionen des Verfahrens:

  • Erfassung und Beurteilung psychischer Belastung und Fehlbeanspruchungsfolgen als „zweiseitiges“ Screening der Arbeitssituation (Selbstbild vs. Fremdbild).
  • Objektivität und Validität können, bestätigt durch Expertenurteile und einen Verfahrensvergleich (Forschungsbericht des IAG 2012), als hinreichend angenommen werden. Es wurde zusätzlich in Zusammenarbeit mit betrieblichen Praktikern angepasst.
  • Das Verfahren erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dient nicht zur medizinischen Einzelfalldiagnostik.
  • Die Risikobeurteilung zum Gefährdungspotenzial der Belastungsfaktoren beruht auf der Annahme der „Gaußschen-Normalverteilung“ und Expertenurteilen.

Weitere Informationen zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung finden Sie hier.

Weitere Fragen beantwortet die für Ihr Unternehmen zuständige Aufsichtsperson.
Hotline der BGHM: 0800 9990080-2 (kostenfreie Nummer) oder E-Mail