Versicherungsschutz

Arbeitsunfall

Wie ist der Versicherungsschutz in folgenden Fällen?

Versichert sind alle betrieblichen Tätigkeiten und damit verbundene Wege. Nicht versichert sind rein private Tätigkeiten (z. B. Stadtbesichtigung, Essen usw.).

Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Entscheidend für den Versicherungsschutz ist, dass der Betriebssport

  • dem Ausgleich für körperliche und geistige Beanspruchung durch die Betriebstätigkeit dient und keinen Wettkampfcharakter hat (z. B. keine Pokalspiele wie Fußballturniere),
  • regelmäßig stattfindet (mindestens einmal im Monat),
  • hinsichtlich Zeit und Dauer im Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit steht – wie z. B. nach der Arbeit (keine Freizeitgestaltung wie z. B. mehrtägige Skifreizeit),
  • unternehmensbezogen organisiert ist - z. B. weil das Unternehmen feste Zeiten vorgibt oder die Sportstätten und -geräte zur Verfügung stellt,
  • im Wesentlichen auf Betriebsangehörige des Unternehmens beschränkt ist (versichert auch, wenn mehrere Unternehmen gemeinsam Betriebssport anbieten).

Entscheidend für den Versicherungsschutz für betriebliche Gemeinschaftsveranstaltungen (z.B. Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern) ist, dass

  • die Unternehmensleitung der Veranstalter ist oder die Veranstaltung im Einvernehmen mit der Unternehmensleitung stattfindet - das heißt, sie muss von ihr gebilligt und gefördert werden (z. B. durch Zeitgutschrift),
  • die Veranstaltung dazu dient, die Verbundenheit zwischen der Belegschaft untereinander und der Leitung zu fördern,
  • die Unternehmensleitung oder eine von ihr beauftragte Person anwesend ist, (Hinweis: Bei Veranstaltungen in kleineren Einheiten - z. B. im Sachgebiet oder Team - reicht es aus, wenn diese im Einvernehmen mit der Unternehmensleitung stattfindet und die jeweilige Leitung teilnimmt.)
  • der Teilnehmerkreis im Wesentlichen aus Betriebsangehörigen besteht und
  • die Veranstaltung allen Beschäftigten der jeweiligen Organisationseinheit offensteht.

Insbesondere bei geringer Beteiligung ist hier eine Gesamtbetrachtung erforderlich.

Dienst- oder Betriebswege sind alle Wege, die Versicherte im direkten Auftrag des Unternehmers oder im wohlverstandenen Interesse des Betriebes unternehmen: zum Beispiel von einer Arbeitsstätte zur anderen, auf dem Werksgelände oder zwischen Betrieb und Außenarbeitsplatz. Unfälle auf diesen Wegen gelten als Arbeitsunfälle.

Versichert sind alle Tätigkeiten, die unmittelbar dem Zweck der Geschäftsreise entsprechen und zwangsläufig in engem Zusammenhang mit der Reise anfallen. Nicht versichert sind rein private Tätigkeiten.

Auch wer vorübergehend im Ausland arbeitet steht unter Versicherungsschutz. Weiteres siehe hier.

Erfolgt die Teilnahme im Auftrag des Arbeitgebers, besteht Versicherungsschutz. Nehmen Beschäftigte auf Eigeninitiative am Training teil - ohne Einflussnahme des Arbeitgebers (z. B. kein Zuschuss oder bezahlte Arbeitsfreistellung) - besteht kein Versicherungsschutz, da die Teilnahme dann als privat anzusehen ist.

Die BGHM bietet ihren Mitgliedunternehmen das Fahrsicherheitstraining kostenlos an. Näheres siehe hier.

Versichert sind nur Risiken, die in einem inneren Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit stehen.

Essen, Trinken, Schlafen oder Spazierengehen während einer Arbeitspause sind nur im Ausnahmefall versichert, da sie grundsätzlich dem privaten Lebensbereich zuzuordnen sind.

Auch Rauchen oder die Wege zum Raucherraum sind in der Regel nicht versichert.

Versichert sind jedoch die Wege zum Essen wie z.B. in die eigene oder fremde Kantine.

Der Konsum von Alkohol führt zum Verlust des Versicherungsschutzes, wenn dieser die rechtlich allein wesentliche Ursache des Unfalls ist.

Die gesetzliche Unfallversicherung ersetzt in der Regel keine Sachwerte.

Ausnahmen:

Sachschäden, die durch das Leisten von Erster Hilfe entstehen (z.B. zerrissene Kleidung). Durch einen Arbeitsunfall beschädigte Hilfsmittel (z. B. Brille) werden ersetzt, wenn diese bestimmungsgemäß getragen wurden.

Versichert sind alle im inneren Zusammenhang mit der Arbeitsaufgabe stehenden Tätigkeiten.

Der Versicherungsschutz ist dabei sehr eng auf die Tätigkeit selber bezogen, damit dieser nicht beliebig ausgeweitet wird. Wer seine Arbeit für private Erledigungen unterbricht, ist in dieser Zeit nicht mehr durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. So ist z. B. der Weg ins Badezimmer nicht versichert. Wege zum Betrieb, um dort z. B. an einer Besprechung teilzunehmen, sind dagegen versichert.

Wird die berufliche Tätigkeit trotz Krankschreibung wiederaufgenommen, besteht automatisch Versicherungsschutz. Die ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit gilt als beendet, wenn die zuletzt ausgeübte oder eine andere zumutbare Tätigkeit wiederaufgenommen wird.

Bei der Entscheidung sollte aber beachten werden, dass man sich selbst und andere gefährden kann, wenn die Arbeit vorzeitig und gegen den ärztlichen Rat aufgenommen wird.

Bei Überstunden bleibt der gesetzliche Unfallversicherungsschutz bestehen, selbst wenn die gesetzlich vorgeschriebene Höchstarbeitszeit überschritten wird.

  Nach dem Arbeitsschutzgesetz beträgt die werktägliche Höchstarbeitszeit 8 Stunden, unter bestimmten Voraussetzungen auch 10 Stunden. Die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes überwachen die staatlichen Arbeitsschutzbehörden.

Für den Versicherungsschutz ist entscheidend, dass die Tätigkeit dem Unternehmen dienen soll.