Gefährdungsbeurteilung bei Arbeitsaufenthalt im Ausland
Die Gefährdungsbeurteilung für Arbeiten im Ausland beginnt mit den tätigkeitsbezogenen Gefährdungen, die auch im Inland typischerweise vorhanden sind. Hierfür gibt es verschiedene Mustergefährdungsbeurteilungen.
Darüber hinaus sind bei einem Arbeitsaufenthalt im Ausland regionale Besonderheiten zu beachten. Dazu gehören unter anderem die folgenden Aspekte:
- rechtliche Unterschiede gegenüber dem Herkunftsland:
- unterschiedliche Schutzniveaus (z. B. höhere Gefahrstoffgrenzwerte, niedrigere Hygienestandards)
- andere Zuständigkeiten
- Unterschiede im Arbeitsschutzverständnis
- soziale und kulturelle Rahmenbedingungen (z. B. Religion, gesellschaftliche Strukturen, Staatsform)
- mögliche weitere Gefährdungen:
- Straßen- und Baustellenverkehr
- Kriminalität/Unruhen/Kriege/Terroranschläge (Krisenmanagement erforderlich)
- erschwerte Kommunikation durch Sprachbarrieren
- atypische Arbeits(platz)-Verhältnisse
- atypische Arbeitsorganisation und -zeiten (z. B. andere Tages-/Nachtrhythmen)
- ungeeignete Kleidung sowie fehlende oder ungeeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA)
- andere Ernährungsgewohnheiten
- Klima
- Flora/Fauna
- Strahlenbelastung
- Asbest
- Smog/Feinstaubbelastung
- fehlende Organisation der Ersten Hilfe
- Infektionsgefährdungen
Hinweis: Die Auflistung dient lediglich als Orientierung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Unterweisung erfolgt auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung. Für die Vorbereitung auf einen Arbeitsaufenthalt im Ausland gibt es weiterführende Informationen von verschiedenen Anbietern und Institutionen.
Entscheidend sind zudem die Dokumentation und das Monitoring. Erfahrungen aus Auslandseinsätzen sollten gesammelt werden, um die Gefährdungslage und die Wirksamkeit der Maßnahmen bewerten zu können.