Manipulation von Schutzeinrichtungen verhindern

Manipulation von Schutzeinrichtungen
© DGUV / Michael Hüter

Die Manipulation von Schutzeinrichtungen ist noch immer eine der häufigsten Unfallursachen bei der Verwendung von Maschinen. Experten gehen davon aus, dass bei jedem viertem Arbeitsunfall an stationären Maschinen eine Manipulation die Ursache darstellt. Eine Manipulation ist das Umgehen oder Unwirksam machen von Schutzeinrichtungen mit der Konsequenz, eine Maschine in einer vom Hersteller nicht vorgesehenen Weise oder ohne notwendige Schutzmaßnahmen zu verwenden.

Beispiele (ohne Details):

  • Abschalten oder Überbrücken von Schaltern
  • Entfernen von trennenden Schutzeinrichtungen
  • Blockieren von Lichtschranken
  • Softwareseitige Deaktivierung von Sicherheitsfunktionen

Der Zweck ist oft, Arbeitsabläufe zu „beschleunigen“ – aber das Risiko steigt massiv.

Anteil manipulierter Maschinen

“An wie viel Prozent der Maschinen werden in den von Ihnen betreuten Betrieben Schutzeinrichtungen manipuliert?”

Manipulation von Schutzeinrichtungen - Diagramm 1

Unfallgeschehen im Betrieb

“Gab es in Ihrem Betrieb bereits einen durch die Manipulation einer Schutzeinrichtung verursachten (Beinahe)Unfall?”

Manipulation von Schutzeinrichtungen - Diagramm 2

Duldung durch Vorgesetzte

“Wenn in Ihrem Betrieb bereits eine Schutzeinrichtung manipuliert wurde, war dies einem Vorgesetzten bekannt?”

Manipulation von Schutzeinrichtungen - Diagramm 3

Um einer Manipulation von Schutzeinrichtungen wirksam entgegenzuwirken, müssen sowohl Hersteller als auch Betreiber von Maschinen ihren gesetzlichen Pflichten nachkommen. Neben den konstruktiven und technischen Anforderungen an Schutzeinrichtungen spielt jedoch auch der Faktor Mensch eine große Rolle. Insbesondere Betreiber von Maschinen sollten daher das Thema „Manipulationen verhindern“ in die Sicherheitskultur des Unternehmens integrieren. Unterweisungen eignen sich als Maßnahme zur Sensibilisierung des Risikobewusstseins.

Wie kann man Manipulation verhindern?

1. Technische Maßnahmen

  • Schutzeinrichtungen, die den Arbeitsprozess nicht behindern
  • Verriegelungen mit hoher Manipulationssicherheit
  • Automatisierung von gefährlichen Abläufen

2. Organisatorische Maßnahmen

  • Klare Regeln und Unterweisungen
  • Konsequente Gefährdungsbeurteilungen
  • Meldekultur statt Schuldzuweisung

3. Menschliche Faktoren

  • Mitarbeitende einbeziehen
  • Ergonomie verbessern
  • Zeitdruck reduzieren

Hierzu finden Sie zahlreiche Informationen und Handlungshilfen bei den Links und Downloads.

Links & Downloads