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Arbeitsschutz Kompakt Nr. 045

Maßnahmen gegen Brände in Absaugrohrleitungen

Absaugrohrleitungen mit Detailansicht
© BGHM

Absaugrohrleitungen

  • Absaugrohrleitungen müssen aus nicht brennbarem Material (z. B. Stahlblech) bestehen. Kunststoffrohre erfüllen die Anforderungen nicht.
  • Flexible Rohrleitungsbestandteile (Absaugschläuche) müssen mindestens schwer entflammbar ausgeführt sein (Baustoffklasse B1 nach DIN 4102).
  • Flexible Kunststoffschläuche müssen elektrostatisch ableitfähig sein oder eine eingearbeitete Stahlwendel haben. Diese muss elektrisch leitend mit dem Maschinenabsaugstutzen und dem fest verlegten Absaugrohr einschließlich der Befestigungsklemmschelle verbunden sein. 
  • Absaugrohrleitungen müssen einen Abstand von 100 mm zu brennbaren Bauteilen haben.

Vermeiden von Ablagerungen

  • Rohrleitungen müssen gestreckt geführt, Leitungsübergänge konisch und Leitungsquerschnitte rund sein.
  • Der Radius von Leitungskrümmungen sollte mindestens das Dreifache des Leitungsdurchmessers betragen.
  • Die Mindest-Luftgeschwindigkeiten in den Förderleitungen dürfen nicht unterschritten werden.
 StaubSpäneHackschnitzel
Geringe Materialbeladung < 50 g/m³12 m/s15 m/s18 m/s
Hohe Materialbeladung < 150 g/m³15 m/s18 m/s21 m/s
Förderleitung zwischen Filter und Silo18 m/s22 m/s25 m/s

Mindest-Fördergeschwindigkeiten in Sammelleitungen für trockenes Material 

Vermeiden von Zündquellen

  • Am Arbeitsplatz oder in der Nähe von Absaugstellen nicht rauchen und offenes Feuer vermeiden.
  • Schweiß-, Trenn- und Schleifarbeiten (an Metallen) an den Leitungen selbst oder im Bereich der angeschlossenen Absaugstellen nur bei abgeschalteter Anlage und bei Beachtung der im Schweißerlaubnisschein vorgesehenen Maßnahmen durchführen.
  • Grobe Gegenstände (z. B. Klötze oder Spreißel) oder funkenerzeugende Gegenstände (z. B. Schrauben, Muttern, Bruchstücke von Werkzeugen) vor Eintritt in das Leitungssystem abscheiden (z. B. über einen Magnetabscheider).
  • Elektrostatische Aufladungen dadurch vermeiden, dass alle Metallteile der Absaug- und Filteranlagen geerdet werden.
  • Drehende Anlagenteile (Ventilatoren, Zellenradschleusen, Förderschnecken) regelmäßig überprüfen und warten.

Brandausbreitung auf benachbarte Leitungsabschnitte verhindern

  • Unterbrechung des Förderguttransports in der Rohrleitung
  • Stillsetzen des Förderventilators 
  • Schließen der Verschlussvorrichtung (bei Überbrückung von Brandabschnitten, Durchdringung von Brandschutzwänden)

Brandbekämpfung

Bei erhöhtem Risiko, dass bei der Bearbeitung Funken oder glimmende Teilchen entstehen, empfiehlt sich die Installation einer Funkendetektions- und Löschanlage in der jeweiligen Absaugleitung zwischen Maschine und Filteranlage oder Silo.

Weitere Informationen:

Stand: 04/2024