Kriminalität

Allgemeines über Kriminalität und Täter

 
Täter suchen keine Opfer sondern Gelegenheiten. Ihnen geht es fast ausschließlich um Sachwerte. Sie können oft nicht zwischen Modeschmuck und echtem Schmuck unterscheiden. Vermeiden Sie deshalb auffälligen Schmuck.

  • Sollten Sie überfallen werden, bleiben Sie ruhig und unauffällig, widersetzen Sie sich nicht und übergeben die geforderten Sachen. Denken Sie daran: Sachwerte sind ersetzbar. Provozieren Sie nicht, leisten Sie keinen Widerstand und unternehmen Sie keinen Fluchtversuch.
  • Auch Täter sind nervös und befinden sich in einer Stresssituation. Es ist deshalb besser zu kooperieren als den Gebrauch von Waffen zu provozieren. Geben Sie dem Täter das Gefühl, dass er die Kontrolle über das Geschehen hat und dass Sie seine Forderungen erfüllen werden. Sehr häufig sind Täter Kinder und Jugendliche, die eine schwierige Zukunft und nichts zu verlieren haben. Häufig stehen sie unter Drogeneinfluss.
  • In vielen Ländern in Afrika und Südamerika sind Täter bewaffnet. Sie sollten jede Waffe ernst nehmen. Auch mit kleinen Messern oder Glasscherben können Ihnen gefährliche Wunden beigebracht werden.

Taschendiebstahl

  • Tragen Sie keine wertvollen Gegenstände offen am Körper (Kameras, IT-Geräte). Vermeiden Sie offensichtliche Laptoptaschen.
  • Verwahren Sie Wertsachen in schwer zugänglichen Taschen am Körper. Tragen Sie eine Brieftaschen oder Geldbörse niemals in der Gesäßtasche.
  • Taschen und Rucksäcke sollen immer geschlossen sein und möglichst vorne am Körper getragen werden.
  • Werden Sie misstrauische, wenn Sie bedrängt und abgelenkt werden. Versuchen Sie den Ort rasch zu verlassen. 
  • Falls Sie Opfer eines Taschendiebstahls geworden sind, stellen Sie dem Dieb nicht nach. Er ist selten alleine und möglicherweise bewaffnet.
  • Zeigen Sie keine großen Bargeldbeträge und heben Geld möglichst nur von Bankautomaten innerhalb einer Bank ab.

Raubüberfall

  • Raubüberfälle finden häufig gezielt statt. Es sind fast immer mehrere Personen beteiligt.
  • Kooperieren Sie mit den Tätern, leisten Sie keine Gegenwehr und flüchten Sie nicht.

Carjacking

Carjacking ist oft eine organisierte Kriminalität. Entweder sie werden zum Verlassen des Fahrzeugs gezwungen oder unter Vorwänden aus dem Auto gelockt.

  • Akzeptieren Sie jeden Schaden am Auto.
  • Parken Sie nur an hellen gut beleuchteten und übersichtlichen Plätzen.
  • Ein fahrendes Fahrzeug kann nur schwer angegriffen werden. Versuchen Sie Ihr Auto in Bewegung zu halten (langsam auf eine rote Ampel zurollen).
  • Um zu verhindern, dass Sie am Weiterfahren gehindert werden, halten Sie einen Abstand zum Ausweichen (Sie sollten die Hinterräder des Vorausfahrenden sehen können).
  • Wenn Sie überfallen wurden, leisten Sie keinen Widerstand und entfernen sich kampflos vom Fahrzeug.
  • Vermeiden Sie den Blickkontakt mit den Tätern. Die könnten annehmen, dass Sie sich Gesichter einprägen, um der Polizei Personenbeschreibungen geben zu können.
  • Melden Sie den Vorfall rasch bei Ihren Ansprechpartnern und/oder der deutschen Vertretung und bitten um Unterstützung.

Smash and Grab

  • Unter „Smash and Grab“ wird das blitzartige Einschlagen von Autoscheiben und das Entwenden von Wertgegenständen vom Beifahrersitz verstanden. Die Täter nutzen den Überraschungseffekt. Oft handelt es sich um Jugendliche, die mit einem Mofa an das Opferfahrzeug heranfahren oder als Fensterwäscher oder Verkäufer am Straßenrand ihre Dienste anbieten. Diese geben anderen Bandenmitgliedern ein Zeichen, dass in dem Fahrzeug etwas zu holen ist. Gefahr besteht an roten Ampeln in schlecht beleuchteten Straßen, in stark befahrenen Straßen mit Stop and go -Verkehr oder auf Parkplätzen, Tankstellen und dergleichen.
  • Verriegeln Sie beim Autofahren die Türen.
  • Legen Sie keine Wertsachen, Tasche u.a. sichtbar im Auto ab. Verstauen Sie Gepäck stets im Kofferraum.
  • Lassen Sie keine Wertsachen und Taschen im Auto zurück.
  • Im Kombi lassen Sie die Kofferraumabdeckung demonstrativ offen: hier ist nichts zu holen!
  • Wenn Sie einen Smash-and-Grab-Überfall beobachten, bewahren Sie Ruhe. Steigen Sie nicht aus dem Auto aus. Setzen Sie ggf. einen Notruf ab.

Express-Kidnapping

„Express-Kidnapping“ erfolgt spontan mit dem Ziel das Opfer auszurauben oder die Herausgabe von Kreditkarte und PIN zu erzwingen. Ziel sind meistens Personen, die wohlhabend aussehen. Der Zugriff erfolgt oft in der Nähe von Restaurants, Bars, Hotels, Nobelgeschäften oder Banken, an schlecht beleuchteten Straßen oder bei der Benutzung nichtlizensierter Taxis. Express-Kidnapping breitet sich zunehmend in Großstädten Lateinamerikas und Südafrikas aus. Am häufigsten erfolgt der Zugriff kurz vor Mitternacht, um an Geldautomaten zweimal den Höchstbetrag vom Konto abheben zu können.

  • Halten Sie sich außerhalb sicherer Räume, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden möglichst nicht alleine auf und gehen Sie nicht zu Fuß.
  • Führen Sie nur Karten mit, dessen PIN Sie kennen. Die Täter werden Ihnen nicht glauben, dass Sie eine PIN nicht kennen.
  • Steigen Sie nicht unmittelbar nachdem Sie Geld abgehoben haben, in ein Taxi, das „zufällig“ vor der Bank steht. Benutzen Sie nur lizensierte Taxis.
  • Wenn Sie Opfer geworden sind, verhalten Sie sich kooperativ. Ihr Leben und Ihre Gesundheit sind nicht mit dem möglichen Geldverlust aufzuwiegen.

Entführung, Kidnapping

Eine Entführung ist nahezu immer geplant und organisiert. Den Tätern geht es fast immer nur um Geld. Geschäftsreisende werden schon auf Grund der Verständigungsprobleme eher nicht Opfer von Entführungen.

  • Empfangen Sie keine unangemeldeten Besuche.
  • Verhalten Sie sich so, dass Ihr Aufenthalt an bestimmten Orten nicht vorhersehbar ist. Vermeiden Sie Routine.
  • Wenn Sie Opfer eine Entführung geworden sind, kooperieren Sie mir den Kidnappern.
  • Falls Sie Medikamente nehmen müssen, machen Sie die Entführer rechtzeitig darauf aufmerksam.

Unruhen und gewalttätige Ausschreitungen

Wenn Sie in ein Land mit erhöhter Gefahr von politischen Unruhen, Terrorismus oder gewalttätigen Ausschreitungen reisen sollen, stimmen Sie diese Reise unbedingt mit der Hausspitze ab. Ggf. sollten Sie Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und anderen Sicherheitskräften aufnehmen. Falls vor Ort politische Unruhen oder gar ein Bürgerkrieg ausbrechen oder Naturkatastrophen das Land heimsuchen, nehmen Sie bitte unbedingt Verbindung zur nächsten deutschen Auslandsvertretung auf. Wenn keine deutsche Vertretung vor Ort existiert und Sie konsularischen Schutz benötigen, besteht auch die Möglichkeit die Vertretung eines anderen Landes der Europäischen Union zu kontaktieren.

Bombenanschläge und andere Attentate

Die Anschläge werden oft genau geplant und sind kaum vorhersehbar. Oft sind Orte und Plätze mit einer sehr hohen Öffentlichkeitswirkung betroffen.

  • Flucht und Eigensicherung hat höchste Priorität.
  • Meiden Sie den Bereich, in dem ein Bombenanschlag stattgefunden hat, weiträumig. Ein weiterer Anschlag oder eine Eskalation der Sicherheitslage ist möglich.
  • Folgen Sie den Anweisungen des Sicherheitspersonals.