Die Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland

Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland (© dinostock - fotolia.com)

Die Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland gewinnt in einer Zeit der Globalisierung des Wirtschaftslebens zunehmend an Bedeutung. Die Unternehmen können sich am internationalen Markt nur behaupten, wenn sie entweder auch an ausländischen Standorten produzieren oder zumindest durch Kundendienst- oder Vertriebsniederlassungen dort vertreten sind. Um dies zu gewährleisten, setzen die Unternehmen im Ausland qualifiziertes Personal aus den deutschen Stammhäusern ein. Die entsandten Mitarbeiter werden in aller Regel nur vorübergehend, aber durchaus längerfristig im Ausland tätig.

Der Auslandseinsatz dient neben den unternehmerischen Interessen dabei auch wesentlich der Qualifizierung der Mitarbeiter für die weitere Beschäftigung im inländischen Unternehmen.

Da es sich in aller Regel um einen vorübergehenden Auslandseinsatz handelt, sind sowohl die Unternehmen als auch die entsandten Mitarbeiter daran interessiert, für diese Zeit weiter dem deutschen Sozialversicherungssystem anzugehören. Teilweise besteht der Versicherungsschutz durch die Regelungen der Ausstrahlung weiter. Doch die Zahl der Fälle, in denen auch bei großzügiger Auslegung der Ausstrahlungsregelungen in Verbindung mit den bi- und multilateralen Sozialversicherungsabkommen kein Versicherungsschutz mehr besteht, nimmt stetig zu.

Versicherungsschutz weiter aufrecht erhalten

Viele Unternehmen sind auf dem wichtigen US-amerikanischen Markt tätig. Das dortige Produkthaftungsrecht erlaubt einen Durchgriff auf den deutschen Mutterkonzern, wenn bei Herstellung oder Entwicklung eines in den USA vertriebenen Produkts ein dem deutschen Recht unterliegender Beschäftigter beteiligt war. Um dies zu vermeiden, gehen die Unternehmen dazu über, deutsche Arbeitnehmer zu einer amerikanischen Tochter zu "entsenden"; sie aber durch einen Arbeitsvertrag mit der US-Tochter in das amerikanische Unternehmen einzugliedern. Damit wird die Haftung des deutschen Mutterkonzerns ausgeschlossen. Bei Eingliederung der Beschäftigten in das amerikanische Unternehmen kann kein Versicherungsschutz nach deutschem Recht mehr bestehen.

Gespräche in Mitgliedsunternehmen haben jedoch ergeben, dass diese nachhaltig daran interessiert sind, für ihre Beschäftigten den Versicherungsschutz nach deutschem Recht durchgehend zu gewährleisten. Dabei bevorzugen die Unternehmen die gesetzliche Unfallversicherung sowohl wegen des Umfanges des Versicherungsschutzes (z.B. Berufskrankheitenrisiko) als auch wegen des Leistungsumfanges gegenüber privaten Unfallversicherungen.

Diesem Wunsch der Mitgliedsunternehmen sind die Metall-Berufsgenossenschaften mit der Errichtung der Auslandsversicherung zum 1. Januar 2002 nachgekommen. Einzelheiten können Sie den  Richtlinien der Auslandsversicherung entnehmen.

Einen kurzen Überblick über das Thema bietet der Flyer "Versicherungsschutz im Ausland".