Häufig gestellte Fragen zu Corona-Selbsttests

Letzte Aktualisierung: 27. April 2021

Durch die Änderung der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung vom 21.04.2021 werden Arbeitgeber verpflichtet, ihren Beschäftigten, soweit diese nicht ausschließlich in ihrer Wohnung arbeiten, mindestens zweimal pro Woche einen Corona-Test anzubieten (siehe § 5 SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung).

BMAS - SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Ob Antigen-Schnelltests zur Durchführung durch fachkundiges Personal oder Schnelltests zur Eigenanwendung (Selbsttests) angewendet werden, bleibt den Betrieben überlassen.

Die Beschäftigten sind aufgerufen, die Testangebote des Arbeitgebers wahrzunehmen. Der Arbeitgeber kann seine Beschäftigten grundsätzlich nicht zu einem Test auf SARS-CoV-2 verpflichten. Für bestimmte Beschäftigtengruppen gibt es allerdings aktuell weitergehende Testverpflichtungen in bundes- oder landesrechtlichen Bestimmungen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes.

Laut Änderung der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung vom 21.04.2021 sind vom Arbeitgeber Nachweise über die Beschaffung von Tests oder Vereinbarungen mit Dritten über die Testung der Beschäftigten aktuell bis zum 30.06.2021 aufzubewahren.

BMAS - SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Eine Bescheinigungspflicht über das Testergebnis ist nicht vorgesehen. Diesbezüglich sind jedoch in einzelnen Bundesländern evtl. weitergehende Bestimmungen zu beachten.

Corona-Regeln in den Bundesländern (bundesregierung.de)

Nein, dies gehört nicht zu den gesetzlichen Aufgaben der Berufsgenossenschaft, die den Handlungsrahmen abschließend beschreiben. 
Corona-Tests sind Maßnahmen des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes. Die Kosten für derartige Maßnahmen hat grundsätzlich der Arbeitgeber zu tragen.

Man unterscheidet

Die Selbsttests ermöglichen eine Testung außerhalb des Labors. Die Tests weisen Bestandteile des Virus nach. Ist das SARS-CoV-2 Virus in der Probe enthalten, reagieren die Eiweißbestandteile des Virus mit dem Teststreifen und eine Verfärbung auf dem Teststreifen wird bei ausreichend hoher Viruskonzentration sichtbar. Die Selbsttests können vor Ort durchgeführt und ausgewertet werden. Das Testergebnis erhält man innerhalb von 15-30 Minuten.
Generell sind Selbsttests weniger sensitiv als der PCR-Test. Damit ein Selbsttest ein positives Ergebnis anzeigt, ist im Vergleich zum PCR-Test eine größere Virusmenge notwendig. Das bedeutet, dass ein negatives Ergebnis eines Selbsttests die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht ausschließt. Durch Selbsttests ist es aber möglich, infektiöse Personen, die noch keine Symptome zeigen, zu identifizieren, zu isolieren und dadurch die Ausbreitung von Corona-Infektionen zu verhindern.

Die Sensitivität und Spezifität beschreiben, wie gut ein Test ist. Die Sensitivität ist der Anteil der Personen mit positivem Testergebnis unter den Infizierten. Die Spezifität ist der Anteil der Personen mit negativem Testergebnis unter den Nicht-Infizierten.

Generell sind Selbsttests weniger sensitiv als der PCR-Test, der als „Goldstandard“ gilt. Damit ein Selbsttest ein positives Ergebnis anzeigt, ist im Vergleich zum PCR-Test eine größere Virusmenge notwendig. Das bedeutet, dass ein negatives Antigen-Testergebnis die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht ausschließt. 
Außerdem ist ein Selbsttest nicht so spezifisch wie ein PCR-Test. Das heißt, dass ein positives Ergebnis angezeigt werden kann, wenn die Person gar nicht infiziert ist (falsch positiv). Deshalb sollte ein positives Ergebnis im Selbsttest grundsätzlich durch einen PCR-Test bestätigt werden. 
Die korrekte Durchführung der Selbsttests ist essenziell für ein korrektes Testergebnis. Der Probenabstrich muss korrekt durchgeführt werden und die Ablesezeit muss exakt eingehalten werden. Die Herstellerangaben, z.B. zu Umgebungsbedingungen sind zu beachten.

Epidemiologisches Bulletin 8/2021 (rki.de)

Momentan bestehen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Sonderzulassungen nach §11 Absatz 1 Medizinproduktegesetz (MPG) für Tests zur Eigenanwendung durch Laien
§ 11 MPG - Einzelnorm (gesetze-im-internet.de).

Es gibt unterschiedliche Verfahren, z.B. nasale Tests oder Spucktests. Aus dem Verfahren der Probenahme können sich Gefährdungen (z.B. Sekretkontakt, erhöhte Aerosolbildung) ergeben. Die Gebrauchsanweisung und Herstellerinformationen sind zu berücksichtigen.

Wir empfehlen, Tests zu verwenden, die in der Liste der „Tests zur Eigenanwendung durch Laien“ des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geführt werden:
BfArM - Antigen-Tests auf SARS-CoV-2 - Antigen-Tests zur Eigenanwendung („Selbsttests“), deren Inverkehrbringen ohne CE-Kennzeichnung vom BfArM nach §11 Abs.1 MPG derzeit befristet zugelassen wird (Sonderzulassung des BfArM)

(Diese Liste wird ständig aktualisiert)

Die Beschaffung von Selbsttests erfolgt in eigener Verantwortung, z.B. in Apotheken, Drogerien, im medizinischen Fachgroßhandel, …
Wir empfehlen, Tests zu verwenden, die in der Liste der „Tests zur Eigenanwendung durch Laien“ des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geführt werden:
BfArM - Antigen-Tests auf SARS-CoV-2 - Antigen-Tests zur Eigenanwendung („Selbsttests“), deren Inverkehrbringen ohne CE-Kennzeichnung vom BfArM nach §11 Abs.1 MPG derzeit befristet zugelassen wird (Sonderzulassung des BfArM)
Über die BGHM können keine Selbsttests bezogen werden.

Nein, die Beschaffung der Tests liegt in der Verantwortung der Unternehmerinnen und Unternehmer im Rahmen des Testkonzepts.

Selbsttests können von jedermann selbst durchgeführt werden. Die Durchführung von Selbsttests im Betrieb kann auf zwei Wegen erfolgen:

  1. Aushändigung von Test-Kits für die Durchführung zu Hause. Ein guter Zeitpunkt für die Testung zu Hause ist unmittelbar vor der Arbeit.
  2. Selbsttestungen im Betrieb

Treten trotz eines negativen Testergebnisses Symptome auf, die mit COVID-19 vereinbar sind, ist es erforderlich, sich eigenverantwortlich in Selbstisolation zu begeben. Zur weiteren Abklärung der Symptome und der Vorgehensweise sollten Ärztinnen oder Ärzte kontaktiert werden.

Die AHA+L Regeln sind Vorsorgemaßnahmen zum Infektionsschutz und zur Eindämmung der Coronapandemie.
Hierbei steht A für Abstand halten, H für Hygiene beachten, A für im Alltag Masken tragen und L für Lüften.
Dazu gehören beispielsweise die Umsetzung des Mindestabstands von 1,5 m, eine konsequente Umsetzung der Hygienemaßnahmen (Husten- und Niesetikette, Handhygiene), die aktuell geltenden Vorgaben zum Tragen von medizinischen Gesichtsmasken, FFP2-Masken oder vergleichbaren Masken, sowie das infektionsschutzgerechte Lüften am Arbeitsplatz.
Weitergehende Informationen finden Sie in der Arbeitsschutzverordnung, dem Arbeitsschutzstandard und der Arbeitsschutzregel, sowie in der BGHM-Handlungshilfe „Lüftungstechnische Maßnahmen“.

BMAS - SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung 

BAuA - SARS-CoV-2 FAQ und weitere Informationen - SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

BAuA - Rechtstexte und Technische Regeln - SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

BGHM: Lüftungstechnische Maßnahmen 
 

Nein, ein negatives Testergebnis schließt eine SARS-CoV-2 Infektion nicht aus. Daher dürfen negative Testergebnisse nicht als Sicherheit (etwa in der Form „Ich bin nicht infiziert und kann daher auf Schutzmaßnahmen verzichten“) verstanden werden. Es ist in jedem Falle erforderlich, trotz eines negativen Testergebnisses weiterhin die AHA+L-Regeln einzuhalten. Auch bei korrekter Durchführung und negativem Ergebnis bietet der Test keine 100-%ige Sicherheit und ist nur eine Momentaufnahme. Eine Infektion ist nur durch einen PCR- Test sicher auszuschließen.

Die Aussagekraft eines negativen Testergebnisses ist zeitlich begrenzt und nur eine Momentaufnahme. Es ist möglich, dass eine infizierte Person, die ein negatives Corona-Selbsttestergebnis erhält, bereits am darauffolgenden Tag (bei gestiegener Viruslast im Nasen-Rachenraum) ein positives Ergebnis bekommt. Daher darf ein negatives Ergebnis nicht zu falscher Sicherheit und der Vernachlässigung von Schutzmaßnahmen führen (AHA+L, Erklärung siehe Frage "Was sind die AHA+L Regeln?").

Bund und Länder weisen in Ihrem Beschluss vom 03.03.2021 ( Beschluss der Bund-Länder-Konferenz vom 03.03.2021 ) eindringlich darauf hin, dass ein positiver Schnell- oder Selbsttest eine sofortige Selbstisolation sowie zwingend eine Bestätigung des Testergebnisses durch einen PCR-Test erfordert. Ein solcher PCR-Test kann kostenlos durchgeführt werden. Dazu sind Ärztinnen und Ärzte zu kontaktieren. Weitere, ggf. notwendige Maßnahmen im Betrieb sind aus der Gefährdungsbeurteilung abzuleiten (z.B. Berücksichtigung von Kontaktpersonen).

Grundsätzlich fallen diese Tests nicht unter die Meldepflicht des Infektionsschutzgesetzes:
§ 8 IfSG - Einzelnorm (gesetze-im-internet.de)

Bund und Länder weisen in Ihrem Beschluss vom 03.03.2021 (Beschluss der Bund-Länder-Konferenz vom 03.03.2021) eindringlich darauf hin, dass ein positiver Selbsttest eine sofortige Selbstisolation sowie zwingend eine Bestätigung des Testergebnisses durch einen PCR-Test erfordert.

Nein, bereits das Erkennen von Symptomen, die mit COVID-19 vereinbar sind, soll im Hinblick auf die Eindämmung des Infektionsgeschehens zum Arztbesuch oder (bei sehr gering ausgeprägten Symptomen) zur eigenverantwortlichen häuslichen Absonderung führen. Die Diagnose einer SARS-CoV-2 Infektion ist nur durch einen PCR-Test sicher zu stellen oder auszuschließen.

Nein, die Selbsttests eignen sich nicht, um in eigener Verantwortung eine Infektion auszuschließen. Die Diagnose einer SARS-CoV-2 Infektion ist nur durch einen PCR-Test sicher zu stellen oder auszuschließen. Der Umgang mit Kontaktpersonen ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung bzw. den Empfehlungen des Gesundheitsamtes.

Nein, denn ein negatives Testergebnis schließt eine SARS-CoV-2 Infektion nicht aus. Daher dürfen negative Testergebnisse nicht als Sicherheit (etwa in der Form „Ich bin nicht infiziert und kann daher auf Schutzmaßnahmen verzichten.“) verstanden werden. Es ist in jedem Falle erforderlich, trotz eines negativen Testergebnisses weiterhin die AHA+L-Regeln einzuhalten.

RKI - Navigation - Wie kann man sich bzw. seine Mitmenschen vor einer Ansteckung schützen?

Das Testergebnis kann verfahrensbedingt falsch positiv ausfallen. Antigen-Tests (Testprinzip des Selbsttests) weisen eine geringere Spezifität auf als PCR-Tests, was zu falsch positiven Testergebnissen führen kann.
Weitere Gründe können individuelle Einflussfaktoren der getesteten Person (z.B. bakterielle Besiedlung im Nasen-Rachenraum) oder Bedingungen bei der Testdurchführung sein.

Es kommt vor, dass Personen keine Symptome haben, obwohl sie hochinfektiös sind und somit andere anstecken (infizieren) können. Durch Selbsttests im Betrieb können diese Personen identifiziert und somit eine Infektion weiterer Beschäftigter verhindert werden (Unterbrechung der Infektionskette).

Die Zuverlässigkeit der Testergebnisse ist von ordnungsgemäßer Lagerung abhängig; bei unsachgemäßer Lagerung kann es zur Verfälschung der Testergebnisse kommen. Die Angaben auf dem Beipackzettel sind zu beachten.
Testkits sollen bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Sie sollen nicht der prallen Sonne (z. B. im Auto) ausgesetzt, aber auch nicht im Kühlschrank gelagert werden. Das angegebene Haltbarkeitsdatum ist zu beachten.