Tag der Arbeitssicherheit 2026

Arbeiter beim Transportieren von Reifen
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Psychische Anforderungen bei der Arbeit gut gestalten

Der Tag der Arbeitssicherheit am 28. April steht in diesem Jahr unter dem Zeichen der psychischen Gesundheit. Das Motto „Sorgen wir für ein gesundes psychosoziales Arbeitsumfeld“ nimmt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) als Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand zum Anlass, um auf die Bedeutung von gut gestalteten psychischen Anforderungen bei der Arbeit hinzuweisen. Störungen im Arbeitsablauf, hohe Arbeitsintensität oder ein schlechtes zwischenmenschliches Klima wirken sich dagegen negativ auf das Wohlbefinden von Beschäftigten aus und können auch die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit beeinträchtigen.

Wie verbreitet psychische Belastungen im beruflichen Alltag sind, offenbart eine repräsentative Befragung der DGUV unter mehr als 2.000 Erwerbstätigen. Die Ergebnisse – im DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 - Krisenresilienz zusammengefasst – zeigen, dass Belastungen durch die Arbeitsorganisation am häufigsten sind: Unterbrechungen, Zeitdruck oder unklare Zuständigkeiten nannte die Hälfte der Befragten. 29 Prozent gaben an, dass soziale Beziehungen am Arbeitsplatz wie Konflikte oder mangelnde Unterstützung eine Rolle spielen.

Die genannten Arbeitsbedingungen stehen auch im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen, ergab die Befragung der DGUV. Auf die Frage, welche Faktoren aus ihrer Sicht Arbeitsunfälle begünstigen können, nannten 45 Prozent der Erwerbstätigen eine hohe Arbeitsbelastung und Zeitdruck – Faktoren, die Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit sowie die Einhaltung von Schutzmaßnahmen beeinträchtigen können.

Arbeitsbelastung und Stress beeinflussen auch die langfristige Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten. In der Befragung wurden beide als Gründe genannt, die einer Erwerbstätigkeit bis zum Rentenalter im Weg stehen. Die Erwerbstätigen, die sich vorstellen können, ihre aktuelle Tätigkeit bis zum Renteneintrittsalter auszuüben, wurden nach den Gründen gefragt. Rund ein Viertel verwies auf eine geringe körperliche Belastung, etwa bei Bürotätigkeiten. 15 Prozent gaben an, dass ihnen ihre Arbeit Freude bereitet und sie diese deshalb langfristig ausüben möchten. Weitere zehn Prozent nannten gute Arbeitsbedingungen oder ein positives Arbeitsklima als ausschlaggebend.

Die Ergebnisse zeigen, dass sichere und gesunde Arbeitsbedingungen dazu beitragen, die Arbeitsfähigkeit bis zur Rente zu erhalten. Für den Arbeitsschutz bedeutet das, sowohl körperliche als auch psychische Belastungen systematisch in den Blick zu nehmen und dabei arbeitsorganisatorische und soziale Faktoren zu berücksichtigen – etwa im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung. Diese hilft, Risiken am Arbeitsplatz systematisch zu identifizieren und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Auf dieser Basis können Betriebe beispielsweise Arbeitsabläufe überprüfen, Zuständigkeiten klären, Arbeitszeiten anpassen oder die Zusammenarbeit und Führung gezielt weiterentwickeln. 

Alltagsnahe Tipps zur Arbeitsorganisation und zum wertschätzenden Umgang mit Beschäftigten gibt auch die DGUV Information „Arbeiten: entspannt – gemeinsam – besser“.