Arbeitsunfall und Berufskrankheit: Trotzdem voll im Leben

Das Reha-Haus zeigt im Modell, was die Berufsgenossenschaft im Fall der Fälle an Unterstützung leisten kann.

Die Teilhabeleistungen der BGHM im Überblick

Ein Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit kann für die Betroffenen langfristige oder gar lebenslange gesundheitliche Einschränkungen bedeuten. Damit sie trotzdem möglichst selbstbestimmt und gleichberechtigt am Leben in der Gesellschaft teilnehmen können, unterstützt die BGHM ihre Versicherten mit Teilhabeleistungen. Trägerübergreifend geregelt ist diese Möglichkeit der „wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe“ im Sozialgesetzbuch IX „Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“. 

Rehabilitation, Arbeitsleben und soziale Teilhabe

Die Teilhabeleistungen gliedern sich in fünf Leistungsgruppen, die je nach Art und Schwere der Verletzungen oder der Erkrankung zum Tragen kommen: 
Leistungen zur medizinischen Rehabilitation: Die BGHM übernimmt die Kosten für stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahmen. 
Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben: Das sind zum Beispiel berufliche Qualifizierungen der Versicherten wie eine Umschulung. 
Unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen: Die BGHM zahlt zum Beispiel während einer Umschulung Übergangsgeld, um den Unterhalt zu sichern. 
Leistungen zur Teilhabe an Bildung: Darunter versteht man unterstützende Leistungen, die erforderlich sind, damit Menschen mit Behinderungen Bildungsangebote gleichberechtigt wahrnehmen können. 
Leistungen zur sozialen Teilhabe: Das sind Leistungen, die zu einer möglichst selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebensführung im eigenen Wohnraum sowie in Sozialräumen beitragen. Zum Beispiel kann der behinderungsgerechte Umbau der Wohnung oder die Teilnahme am Rehasport gefördert werden. 

Barrieren reduzieren

Die Leistungen zur Teilhabe sollen die Folgen des Gesundheitsschadens abwenden, beseitigen, mindern oder ihre Verschlimmerung verhüten. Denn Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten können körperliche, seelische oder Sinnesbeeinträchtigungen zur Folge haben. Betroffene, die in Wechselwirkung mit Barrieren, auf die sie im Alltag stoßen, an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum gehindert sein werden, sind anspruchsberechtigt für die Teilhabeleistungen der BGHM. Entscheidend sind einstellungs- und umweltbedingte Barrieren: Bei Ersteren handelt es sich zum Beispiel um Vorurteile oder Ängste Dritter und daraus entstehende Benachteiligung, etwa wenn es um die Einstellung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit einer Behinderung geht. Dabei könnte zum Beispiel eine finanzielle Förderung helfen. Umweltbedingte Barrieren sind in erster Linie bauliche Hindernisse. Sind die Einschränkungen nicht auf einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen, klärt die BGHM die Leistungserbringung mit dem zuständigen Sozialversicherungsträger.