Reden hilft – auch virtuell!

Zwei Personen mit Sprechblasen; © Petr Vaclavek - Fotolia.com

So gelingt betriebliche Kommunikation in der Krise

In der Corona-Krise hat sich einmal mehr bestätigt, dass seriöse Informationen wertvoller sind als Panikmache. Gute Kommunikation in Krisen sorgt für solides Wissen und eine kontrollierbare und gelassene Gefühlslage. Das schafft psychologische Sicherheit und erhält die Handlungsfähigkeit. Wie kann demnach eine gute betriebliche Kommunikation in der Krise aussehen? Unternehmerinnen und Unternehmer, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragte und alle anderen Kommunikatoren im Betrieb stehen derzeit vor genau dieser Frage. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) gibt fünf Tipps, die verhindern können, dass Panik entsteht und gleichzeitig gesunde und sichere Arbeit fördern.

1. Verlässlich und eindeutig sein

Alle Beschäftigten sollten die gleichen, verlässlichen Informationen in gleichen Abständen und bei Bedarf über mehrere Kanäle erhalten. Dies wird verlässliche Regelkommunikation genannt. Für erfolgreiche und verbindliche Absprachen müssen sich Menschen aber nicht unbedingt persönlich an einem Ort begegnen. Es kommt insbesondere darauf an, präzise und eindeutig zu kommunizieren. Auch ist es wichtig, sich zu vergewissern, dass das Gegenüber die Botschaft wirklich verstanden hat, zum Beispiel durch gezielte Rückfragen und eine Zusammenfassung der Ergebnisse. Für wirksame virtuelle Unterweisungen haben sich sogenannte Serious Games etabliert. Dabei gestalten die Unterweisenden zum Beispiel eigene Quizspiele, um Lerninhalte zu vertiefen.

2. Gemeinsam handeln

Alleingänge führen selten zum Ziel – ganz im Gegenteil. Deshalb gilt: Gemeinsame Herausforderungen sollten gemeinschaftlich besprochen und bewältigt werden. Manchmal hilft hier eine externe Moderation, zum Beispiel zu Optimierungsmöglichkeiten in der Arbeitsablauforganisation. BGHM-Expertinnen oder -Experten können hierbei in Absprache mit der zuständigen Aufsichtsperson unterstützen.

3. Fehler eingestehen

Speziell Krisen bringen bewegte Zeiten mit sich. Infolgedessen können Entscheidungen getroffen werden, die sich im Nachhinein als ungeeignet herausstellen. Es ist wichtig, zu Fehlern zu stehen und den Mut zu haben, diese zu revidieren. Fehler, die reflektiert werden, eröffnen neue Wege und die Möglichkeit, es beim nächsten Mal besser zu machen.

4. Ehrlich bleiben

Ehrlich währt am längsten. Das gilt insbesondere in der Kommunikation von schwierigen oder konfliktbehafteten Sachverhalten. Vertuschen und Schönreden zerstören Vertrauen. Deshalb sind Beschäftigte sachlich und ehrlich über Situationen und Möglichkeiten, aber auch über Grenzen und No-Gos zu informieren.

5. Eigenverantwortlich arbeiten

Gefährdungen zu minimieren, heißt auch, dass jeder und jede Beschäftige eigenverantwortlich handelt, denn nicht alles ist regelbar. Dazu zählt auch, dass Führungskräfte oder Beschäftigte konkrete Ideen einbringen. Zum Beispiel können Sie zeigen, wie sie sich mit einem Zeitplan vor einer Vermischung von Arbeits- und Privatleben schützen. In Ansätzen, die das individuelle Verhalten als Grundlage für sichere Arbeit sehen (sogenannte „behavior based safety“-Ansätze) hat sich unmittelbar vor der Tätigkeitsaufnahme ein Kurzcheck bewährt, bei dem sich die Beschäftigten die Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen, die möglichen Rettungswege und Hilfen im Notfall bewusst machen.

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