Sicheres Arbeiten durch gute Kommunikation

Das Team der Wurst Stahlbau GmbH nimmt die Urkunde zum Gütesiegel „Sicher mit System“ entgegen. (Quelle: Wurst Stahlbau GmbH/BGHM)

Wurst Stahlbau GmbH erhält Gütesiegel „Sicher mit System“ der BGHM

Bersenbrück (BGHM). Eine klare und offene Kommunikation ist die beste Grundlage, um für mehr Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu sorgen. Schon lange folgt die Firma Wurst Stahlbau GmbH im niedersächsischen Bersenbrück dieser Devise – und das mit Erfolg. Innerhalb von nur fünf Monaten hat es die Belegschaft des Stahlbauunternehmens geschafft, ein professionelles Arbeitsschutzmanagement-System einzuführen. Für dieses Engagement erhielt der Betrieb nun das Gütesiegel „Sicher mit System“ der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM).

In Rekordzeit zur Begutachtung

„Wofür ein Betrieb dieser Größe meist zwölf bis 18 Monate Zeit benötigt, dauerte hier weniger als ein halbes Jahr“, erzählt Matthias Siemens, der als Präventionsfachkraft der BGHM den Einführungsprozess des Arbeitsschutzmanagement-Systems begleitete. Dass es so schnell geklappt hat, sei vor allem auf die gute betriebsinterne Kommunikation zurückzuführen. „Ohne eine funktionierende und geordnete Kommunikation kann der Arbeitsschutz in einem Betrieb nicht optimal funktionieren“, sagt Siemens. Das mittelständische Unternehmen sei in diesem und vielen anderen Aspekten des Arbeitsschutzes bereits vorbildlich organisiert, wodurch viel Vorarbeit für eine erfolgreiche Gütesiegel-Begutachtung entfiel. Die Entscheidung des Unternehmens, das Gütesiegel „Sicher mit System“ anzustreben, erfolgte sehr bewusst. „Wir pflegen einen modernen Führungsstil mit einer transparenten Kommunikation und binden dabei unsere Beschäftigten aktiv ein“, erläutert Thomas Sperveslage, Personalreferent des Stahlbaubetriebs. „Dieses Konzept liegt als Leitidee dem Gütesiegel zugrunde, das daher bestens zu unserer Firmenphilosophie passt.“

Sicheres Arbeiten durch gute Gespräche

Schon früh ging die Wurst Stahlbau GmbH weit über einzelne Arbeitsschutzmaßnahmen hinaus und betrachtete das Thema ganzheitlich, wie der Personalreferent erläutert: „Wir haben bereits vor zwölf Jahren unser sogenanntes ‚Cheffrühstück‘ ins Leben gerufen.“ Dieses werde von Belegschaft und Führungskräften genutzt, um auch einmal über Dinge im täglichen Miteinander zu sprechen, die besser laufen könnten.“ BGHM-Präventionsfachkraft Siemens betont den Mehrwert solcher regelmäßigen Veranstaltungen: „Der informelle Rahmen fördert eine offene Gesprächsatmosphäre. So hat jeder die Möglichkeit – ganz ohne Vorbehalte oder Ängste – mitzuteilen, wo im täglichen Miteinander der sprichwörtliche Schuh drückt oder wie sicherer zusammengearbeitet werden kann.“

Und auch wenn es zu Unfällen kommen sollte, sind die Abläufe im Betrieb vorbildlich organisiert: Für alle rund 240 Beschäftigten gibt es festgelegte Notfall-Kommunikationspläne. Sollte sich ein Unfall ereignen, weiß jeder, wer der nächste Ersthelfer ist. Jedem Betriebsangehörigen ist der zuständige Helfer persönlich bekannt – ein großer Vorteil, erklärt BGHM-Experte Siemens: „Durch festgelegte Notfall-Routinen, regelmäßige Übungen und den persönlichen Kontakt zum jeweiligen Ersthelfer können die Beschäftigten in Notfällen viel besonnener und selbstsicherer agieren. Daher ist auch das Teil eines Arbeitsschutzmanagement-Systems.“

Das Stahlbauunternehmen nutzte den Einführungsprozess des Arbeitsschutzmanagement-Systems (AMS) gleichzeitig, um alle bestehenden Arbeitsschutzmaßnahmen und -abläufe systematisch zu prüfen. „Durch die Betrachtung des Gesamtbetriebs konnten wir viele Synergieeffekte für mehr Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit schaffen“, sagt Sperveslage. Dazu habe man auch Checklisten und Informationsmaterialien der BGHM in das nun neu geschaffene AMS integriert. Als das Stahlbauunternehmen abschließend durch BGHM-Aufsichtsperson Hans-Jürn De Boer begutachtet wurde, stellte er fest: „Der Betrieb erreichte einen Top-Wert bei meiner Beurteilung. Das zeugt von einem großen Engagement, das man natürlich gerne mit dem Gütesiegel ‚Sicher mit System‘ auszeichnet.“

Auch künftig sicher bleiben

Das nächste Projekt zur weiteren Verbesserung des Arbeitsschutzes steht auch schon fest: Eine digitale Wissensdatenbank soll künftig alle Informationen zum Arbeitsschutz, über das AMS sowie das betriebliche Gesundheitsmanagement abbilden. „Diese Datenbank steht als umfassende Informations- und Recherchequelle allen Beschäftigten zur Verfügung. Außerdem ist ein digitales Handbuch für Neueinsteiger in unserem Betrieb in Planung“, erzählt Sperveslage. Beim Arbeitsschutz müsse man stets am Ball bleiben – fertig sei man bei diesem Thema nie.