Richtiges Handwerkszeug: Aber sicher!

V.l.n.r. Stefan Gros (BGHM), Nico Lang, Sören Fisch, Lucas Gerdts, Kevin Loos (alle thyssenkrupp Fahrtreppen GmbH), Maik Dettlaff (BGHM), Quelle: BGHM

Deutscher Jugend-Arbeitsschutz-Preis und Sicherheitspreis an Mitgliedsbetrieb der BGHM verliehen

Hamburg/Stuttgart (BGHM) Was nützt die beste Ausbildung, wenn für bestimmte Tätigkeiten kein geeignetes oder sicheres Handwerkszeug zur Verfügung steht? Viele Auszubildende ringen in den ersten Wochen und Monaten ihrer Ausbildung nicht nur mit den Tücken des noch ungewohnten Berufsalltags, sondern auch mit dem richtigen Umgang mit Werkzeugen. Sind Aufgaben zu erledigen und die zur Verfügung stehenden Arbeitsmittel unsicher, wird es brenzlig. Getreu dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, entwickelten die Azubis der thyssenkrupp Fahrtreppen GmbH aus Hamburg in Eigenregie ein Werkzeug, um gefährliche Eingriffe beim Umgang im Handling mit großformatigen Blechen während des Bearbeitungsprozesses künftig zu vermeiden. „Wir haben eine Keilvorrichtung konzipiert, mit der man scharfkantige, aneinanderhaftende Bleche des gelieferten Blechpaketes sicher voneinander trennen kann, ohne sich dabei zu verletzen. Und das auch noch mit geringerem Kraftaufwand als vorher“, erklärt Azubi Lucas Gerdts. Ein bundesweites Vorbild für viele weitere Betriebe, für das die Auszubildenden nun doppelt ausgezeichnet werden: Sie erhalten zum einen den Sicherheitspreis der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM), zum anderen gewinnen sie den zweiten Platz beim Deutschen Jugendarbeitsschutzpreis.

Vorbildliche Lösung

Beide Preise wurden den Jugendlichen auf der Fachmesse „Arbeitsschutz aktuell“ am 23. Oktober 2018 in Stuttgart verliehen. Maik Dettlaff, Leiter des BGHM-Präventionsbezirks Nord, freut sich über das Engagement der Jugendlichen: „Statt sich weiter Gefahren auszusetzen, eine sichere und ergonomische Lösung zu entwickeln – das ist wirklich vorbildlich. Gleichzeitig entfallen mit der Keilvorrichtung unsichere, anstrengende und unergonomische Arbeitsschritte. Die technische Lösung der drei Azubis leistet daher einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.“

Kultur der Prävention

Noch bis zum 25. Oktober erhalten Messebesucher am gemeinsamen Stand der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen (Halle 1, Stand J 1.020) Informationen aus erster Hand, wie sicheres und gesundes Arbeiten in einem Betrieb zur Selbstverständlichkeit wird. Dabei bildet die Präventionskampagne kommmitmensch einen Schwerpunkt. Am interaktiven Medientisch der BGHM erhalten Interessierte dazu fundierte Informationen und können sich selbst ein Bild von den verschiedenen Handlungsfeldern der Kampagne machen. Darüber hinaus findet im Rahmen der „Sprechstunde Arbeitsschutz“ zu verschiedenen Präventionsthemen ein interaktiver Austausch zwischen Fachleuten und Messegästen statt.

Standbesucherinnen und -besucher haben außerdem Gelegenheit, sich über die gesetzlichen Anforderungen an eine Gefährdungsbeurteilung zu informieren. Verschiedene Exponate machen greifbar, was beispielsweise beim Funkenflug in Hinblick auf Brand- und Explosionsschutz zu beachten ist.