Richtig lüften senkt das Infektionsrisiko

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Empfehlung der Bundesregierung auch für Mitgliedsbetriebe relevant

Um die Konzentration ausgeschiedener Viren, zum Beispiel des SARS-CoV-2-Virus, in Innenräumen möglichst gering zu halten, sind lüftungstechnische Maßnahmen notwendig. Die Bundesregierung hat deshalb jetzt eine Empfehlung zum „Infektionsschutzgerechten Lüften“ beschlossen. Sie fasst die zentralen Erkenntnisse eines Expertenaustauschs zusammen, der unter Federführung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt wurde. Darauf weist die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) ihre Mitgliedsbetriebe hin. Den Empfehlungen zufolge ist intensives und regelmäßiges freies Lüften über Fenster und Türen oberstes Gebot. Es kann die Konzentration von Viren in der Raumluft und damit das Infektionsrisiko senken. Daneben seien auch Anpassungen bei der Belüftung von Gebäudeinnenräumen durch sogenannte Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) vorzunehmen. Die Vorgaben der Technischen Regel für Arbeitsstätten A3.6 „Lüftung“ müssen konsequent eingehalten werden – insbesondere dann, wenn innerhalb von Gebäuden Arbeitsräume von mehreren Personen länger als nur kurzfristig gleichzeitig genutzt werden.

Filterupgrade für RLT-Anlagen

Sofern Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) im Betrieb vorhanden sind, sind Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dazu angehalten, diese umgehend auf Funktionstüchtigkeit zu prüfen. RLT-Anlagen mit reinem Umluft- oder einem Mischbetrieb sollten nach Möglichkeit durch ein Filterupgrade aufgerüstet werden. Dazu ist eine detaillierte Einzelfallbetrachtung unter Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten und der technischen Möglichkeiten, die abhängig von der Art und Weise der Raumnutzung und dem Verhalten der Nutzenden unterschiedlich ausfallen können, erforderlich.

Die Bundesregierung weist in ihren Empfehlungen außerdem daraufhin, dass einzelne lüftungstechnische Maßnahmen die Infektionsgefahr zwar verringern, aber nicht beseitigen können. Sinnvoller sei daher ein Paket von Maßnahmen. Dazu zählt zum Beispiel, die Belegung von Räumen auf das notwendige Minimum zu reduzieren sowie die erweiterte Formel „A-H-A + L“ einzuhalten: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken und Lüften.

Mit der Handlungshilfe „Lüftungstechnische Maßnahmen“ unterstützt die BGHM ihre Mitgliedsbetriebe dabei, die Empfehlungen praxisnah und alltagstauglich umzusetzen. Diese und weitere Handlungshilfen rund um den Infektionsschutz im Betrieb stehen unter www.bghm.de, Webcode 3759 kostenlos zum Download zur Verfügung.

Einen Überblick über Maßnahmen und weiterführende Hinweise explizit zum infektionsgerechten Lüften in Zeiten der SARS-CoV-2-Pandemie, inklusive der BGHM-Handlungshilfen zum Thema, finden Sie außerdem, unter bghm.de, Webcode 3995