Prävention leben

BGHM verleiht „Schlauen Fuchs“ an Automobilzulieferer ZF für gelebte Präventionskultur

Sicher und gesund arbeiten – das lässt sich nur erreichen, wenn alle Beteiligten auf Risiken achten und Potentiale für die Gesundheit erkennen. Werden Sicherheit und Gesundheit zu zentralen und selbstverständlichen Bestandteilen im Unternehmen, tragen sie langfristig entscheidend zum Erfolg bei. Das hat auch das Unternehmen ZF erkannt und startete daher am Standort Schweinfurt bereits vor einigen Jahren eine Reihe von verhaltensorientierten Präventionsprojekten, die darauf abzielen, den Arbeitsschutz im Bewustsein jedes Einzelnen zu verankern. Für diese gelebte Präventionskultur hat die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) den Autozulieferer nun mit dem „Schlauen Fuchs“ ausgezeichnet – der BGHM-Trophäe für besonderes Engagement im Arbeitsschutz.

Kulturwandel erfordert Handeln

„In den letzten Jahren stellten wir fest, dass wir einen auffallend hohen Anteil an verhaltensbedingten Arbeitsunfällen hatten und auch die Unfallzahlen stellenweise zu hoch waren“, erzählt Edgar Nacken, Arbeitspsychologe und Sicherheitsfachkraft bei ZF in Schweinfurt. „Uns war klar, dass wir zur Verbesserung der betrieblichen Prävention einen grundsätzlichen Kulturwandel einleiten mussten. Daher haben wir unter anderem die verhaltensorientierten Projekte gestartet.“ So wurden beispielsweise die Führungskräfte in Arbeitssicherheitsworkshops geschult und ein Ideenmanagement entwickelt, mit dem sich die Mitarbeiter bei der Verbesserung im Arbeitsschutz rund um ihre Arbeitsplätze direkt beteiligen können. „Über speziell entwickelte Meldekarten können sie auf mögliche Gefahrenquellen am Arbeitsplatz hinweisen, für die im Anschluss jeweils zügig Schutzmaßnahmen beschlossen und umgesetzt werden“, erklärt Edgar Nacken. Die Verantwortlichen melden die Ergebnisse dieser Prozesse regelmäßig durch den Sicherheitsbeauftragten, durch permanentes Feedback in Gruppensitzungen oder über das Schwarze Brett zurück. Eine Mitarbeiterbefragung mit Fragebogen ergänzte die Postkartenaktion: „An einem Arbeitsplatz empfand man beispielsweise das Schieben der dort genutzten Lagerbehälter als größte Belastung. Durch die Anschaffung eines Elektroschleppers konnten wir daraufhin schnell und effektiv zur Verbesserung der Arbeitsergonomie sowie der körperlichen Entlastung der Kollegen beitragen“, sagt Nacken.

Beteiligung erlebbar machen

Dass sich der Einsatz lohnt, zeigt auch die Statistik: In den Projektbereichen haben sich die Unfallzahlen mehr als halbiert. „Bei ZF ist Prävention für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein selbstverständlicher Bestandteil im Arbeitsalltag geworden“, bestätigt die BGHM-Präventionsexpertin Jutta Runné. „Der sehr offene Umgang mit Sicherheitsdefiziten im Unternehmen hat dazu beigetragen, dass der Präventionsgedanke fest in den Köpfen verankert ist und in alle betrieblichen Prozesse integriert wurde. Die Mitarbeiter sprechen Probleme an, weil sie erleben, dass sie wirklich mit einbezogen werden. Dass der Betrieb tatsächlich etwas unternimmt, um Arbeitsplätze ergonomischer und sicherer zu gestalten.“