Neue SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel

BGHM-Präventionsleiter Stefan Gros erläutert wesentliche Punkte im Kurzinterview

Mainz (BGHM). Der am 16. April 2020 veröffentlichte SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard wurde durch eine jetzt zur Veröffentlichung freigegebene Arbeitsschutzregel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) konkretisiert. Die Regel wurde gemeinsam von den Arbeitsschutzausschüssen beim BMAS unter Koordination der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erstellt. Im Interview erläutert der Präventionsleiter der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM), Stefan Gros, welche Neuerungen damit einhergehen und was Unternehmensverantwortliche zu beachten haben.

Herr Gros, welche wesentlichen Neuerungen beinhaltet die neue SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel?

Gros: Neben der Prävention vor Ansteckung durch SARS-CoV-2 schafft die Regel kurz gesagt mehr Rechtssicherheit, da sie den vom BMAS im April veröffentlichten SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard konkretisiert und im Zuge dessen auch eine verbindliche rechtliche Ebene schafft. Die neue SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel ist nun in das System des Arbeitsschutzes eingebunden und gilt bundesweit übergreifend. Für Unternehmen bedeutet das eine verbesserte Handlungssicherheit im Arbeitsschutz. Wenn sich Betriebe an die in der SARS-CoV-2-Regel vorgeschlagenen technischen, organisatorischen und personenbezogenen Schutzmaßnahmen halten und sie richtig umsetzen, können sie davon ausgehen, rechtssicher zu handeln.
Des Weiteren erhalten die Aufsichtsbehörden der Länder durch die neue Regel nunmehr eine einheitliche Grundlage, um die Schutzmaßnahmen in den Betrieben zu beurteilen.

Das heißt, dass sich an der Zielsetzung und den Schutzmaßnahmen nichts grundlegend verändert hat?

Gros: Genauso ist es. Die Zielsetzung bleibt: alle Beschäftigten sollen auch während der Pandemie sicher arbeiten können und gut vor Infektionen mit dem Coronavirus bei der Arbeit geschützt sein. Um dies zu erreichen sollte nach wie vor die “AHA-Formel“ angewendet werden: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken. Gleichzeitig möchte ich daran erinnern, dass auch die Gefährdungsbeurteilungen entsprechend zu aktualisieren sind.

Wo erhalten Unternehmensverantwortliche weiterführende Informationen?

Gros: Die BGHM hat auf ihrer Homepage unter www.bghm.de/coronavirus alle wichtigen Informationen und Hinweise für BGHM-Mitgliedsbetriebe online gestellt. Dort sind unter anderem auch unsere branchenspezifisch angepassten und sehr praxisnahen Handlungshilfen zu finden. Durch sie können Unternehmerinnen und Unternehmer verschiedener Branchen die jeweiligen Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus praxisnah und alltagstauglich umsetzen. Darüber hinaus erhalten Mitgliedsunternehmen der BGHM bei der für sie zuständigen Aufsichtsperson ebenfalls weiterführende Auskünfte und Informationen zum Thema.