Mehr Raum für Arbeitsschutz in der „Safety Box“

Airbus Helicopters erhält Schlauen Fuchs der BGHM

Donauwörth (BGHM). „Jeder Arbeitsunfall ist ein Unfall zu viel“ sagt Christian Stöckl, leitende Sicherheitsfachkraft am deutschen Standort von Airbus Helicopters in Donauwörth. Deshalb ging ein Team aus Produktion und Arbeitssicherheit gemeinsam mit den französischen Kollegen auf Ideensuche. Das Ziel: Arbeitsschutz für die Beschäftigten spielerisch erlebbar machen. Heraus kam die Safety Box – ein Raumkonzept mit interaktiven Elementen zu verschiedenen Schwerpunktthemen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. Für dieses Konzept hat das Unternehmen jetzt den Sicherheitspreis „Schlauer Fuchs“ der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) erhalten. 

Die Vision: Null Unfälle

„Die meisten unserer Arbeitsunfälle werden durch eine Fehleinschätzung oder unsicheres Verhalten verursacht – nicht durch technische Mängel “, sagt Stöckl. „Unser Unternehmensziel ist es, im besten Fall keinen einzigen Arbeitsunfall mehr zu haben. Und da sind die Beschäftigten der Schlüssel.“ Die Safety Box ergänzt deshalb das Arbeitsschutzkonzept von Airbus. Durch das Zusatzangebot soll eine Kultur gefördert werden, bei der jeder für den Arbeitsschutz sensibilisiert ist und alle aufeinander Acht geben. Daher durchläuft die komplette Belegschaft früher oder später die zweistündige Tour durch die neun Räume der Safety Box. Gut ein Jahr nach ihrer Einführung hat schon eine Vielzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Donauwörth an der Schulung teilgenommen. Einige Beschäftigte haben sich außerdem zu Trainern ausbilden lassen. „Wegen Corona stockt es aktuell etwas, aber wir hoffen, dass wir den Betrieb bald wieder aufnehmen können“, so Stöckl. 

Erweiterung der Safety Box geplant

Ob mit Quizduellen, Höraufgaben, Bilderrätseln oder Würfelspielen: Jede Aktion in den Räumen der Safety Box soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei helfen, Gefahrensituationen besser einschätzen zu können. Die Teilnehmenden bekommen verschiedene Aufgaben zu Themen wie Persönliche Schutzausrüstung (PSA), Lärmschutz und Flugsicherheit gestellt, die sie in Gruppenarbeit lösen sollen. „Im Alltag übergeht man unsichere Zustände oft. In der Safety Box lernen die Beschäftigten, dass aus jeder Unachtsamkeit ein schwerer Arbeitsunfall entstehen kann“, sagt Ute Emsel, Koordinatorin des BGHM-Sicherheitspreises.

Das Konzept kommt nicht nur in Deutschland gut an: Mittlerweile gibt es weltweit zahlreiche Safety Boxen an den Standorten von Airbus. Und damit nicht genug: Geplant ist eine mobile Version, die an Außenstandorten eingesetzt werden kann, sowie eine neue Version der Safety Box, die weitere Arbeitsschutz-Themen behandelt und digitale Medien einsetzt. „Auch wenn wir unsere Unfallzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich senken konnten: Wir bleiben an der Thematik dran“, so Stöckl.      

Mehr Informationen zum BGHM-Sicherheitspreis „Schlauer Fuchs“ finden Sie hier.