Gute Akustik bei Video- und Telefonkonferenzen

Berufsgenossenschaft Holz und Metall gibt Tipps für erfolgreiche Besprechungen

Mainz (BGHM). Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben dazu geführt, dass auch im Geschäftsleben persönliche Treffen immer häufiger durch Telefon- und Videokonferenzen ersetzt werden. Dabei zeigt sich, dass diese Art der Kommunikation auch Vorteile mit sich bringen kann. Es ist somit davon auszugehen, dass Besprechungen auch zukünftig zunehmend in dieser Form erfolgen werden. Auch wenn in Krisenzeiten bei der Raumakustik Improvisationstalent gefragt sein mag, etwa weil Mindestabstände einzuhalten sind oder weil Beschäftigte im Homeoffice arbeiten: Nur eine möglichst gute Akustik sorgt dafür, dass sich die Teilnehmenden auch gut verstehen. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) gibt Hinweise für Besprechungsräume – und fünf einfache Tipps für die Zeit im Homeoffice.

Neben der technischen Ausstattung in einem geeigneten Besprechungsraum sind es nämlich vor allem die akustischen Gegebenheiten, die zu einer erfolgreichen Video- oder Telefonkonferenz beitragen. Denn: Schlechtes Verstehen der Wörter bedeutet auch schlechtes Verstehen der Inhalte. Bei der Ausstattung von Besprechungsräumen werden oft harte, schallreflektierende Oberflächen bevorzugt, wie Holzböden, Glaswände und freiliegende Ziegelwände. Die Folge ist häufig eine mangelhafte Raumakustik durch Schallreflektionen – eine sogenannte Halligkeit. Auch Lärm von außen oder von innen und dadurch entstehende Raumechos verschlechtern die Akustik.

Lärm von außen und von innen

Lärm von außen kommt beispielsweise vom Straßenverkehr, von benachbarten Baustellen oder von Gartengeräten. Dazu entsteht Lärm, auch im Gebäude, etwa durch innerbetrieblichen Transport, Fertigungsmaschinen oder Aufzugsanlagen. Der Hintergrundpegel im Besprechungsraum sollte nicht mehr als 35 dB(A) betragen. Sofern der von außen eindringende Lärm einen höheren Pegel verursacht, ¬¬sollten ein innerbetrieblicher Umzug des Besprechungsraums oder Lärmminderungsmaßnahmen in Betracht gezogen werden, wie zum Beispiel Schallschutzfenster oder Türen mit dicht schließenden Zargen und Schwellen. Tieffrequenter Lärm von außen kann nur durch massives Mauerwerk und nicht mittels dünner Trennwände reduziert werden. Für Videokonferenzen sollte ein eigener geschlossener Raum mit guten Lüftungsmöglichkeiten vorhanden sein. Geräusche können jedoch auch im Besprechungsraum entstehen. Das Rutschen der Stuhlbeine auf glatten Bodenbelägen lässt sich mit Filzgleitern vermindern, das Klappern von Kaffeetassen durch Tassendeckchen oder ausgewähltes Geschirr.

Gegenmaßnahmen bei Halligkeit

Die Halligkeit bewertet man in einer lärmbezogenen Arbeitsplatzbegehung. Wirkt der Raum hallig? Gibt es schallharte und glatte Materialien an Decken, Fußböden oder Wänden, wie etwa viele Fensterflächen? Eine objektive Bewertung lässt sich durch die Messung der Nachhallzeit durchführen.
Personen mit Hörschäden empfinden die Raumakustik günstiger, je kürzer die Nachhallzeit ist. Dasselbe gilt auch für die fremdsprachliche Kommunikation. Da tieffrequente Anteile in der Sprache die Sprachverständlichkeit verringern, ist in der Lautsprecheranlage ein Hochpassfilter sinnvoll. Ein ausgeglichener Frequenzgang zwischen 125 Hz und 5.000 Hz ist anzustreben. Für tieffrequenten Lärm sind zudem Eckenabsorber oder Resonanzabsorber zu empfehlen. Zu den wesentlichen baulichen Maßnahmen, die die Halligkeit eines Raums mindern und die Sprachverständlichkeit verbessern, gehören schallabsorbierende Akustikdecken, schallabsorbierende Wände, z.B. mit großformatigen Akustikbildern und (dicke) Teppichböden.

5 Tipps für bessere Verständlichkeit bei Video- und Telefonkonferenzen

Aufgrund der Corona-Krise waren oder sind sehr viele Beschäftigte im Homeoffice tätig. Sie nehmen also von zu Hause aus an Telefon- und Videokonferenzen teil. Leider steht nicht allen Betroffenen tatsächlich ein Büroraum zur Verfügung, sondern sie müssen improvisieren. Auf die Raumakustik können sie nur begrenzt Einfluss nehmen – insbesondere aber auf ihr eigenes Verhalten. Mit diesen Tipps wird die Besprechung erfolgreich: 

  1. Zusätzliche Textilien in den Raum bringen, sollte dieser zu hallig sein.
  2. Rechtzeitig einwählen und Verbindung prüfen, zum Beispiel durch einen Testanruf.
  3. Möglichst ein sorgfältig eingestelltes, kabelloses Headset benutzen, um Verspannungen entgegenzuwirken und Mikrofon in den Pausen zwischen den eigenen Wortbeiträgen ausschalten.
  4. Eigene Störgeräusche wie Papierrascheln und Tastaturklappern vermeiden.
  5. Nicht gegen eine nahe, schallharte Wand oder eine große Fensterfläche sprechen.