Die Welt des Arbeitsschutzes zu Gast auf dem „Betze“

Von Exoskeletten über Industrie 4.0 bis hin zu den Leistungen einer Berufsgenossenschaft

Kaiserslautern (BGHM) Haben Sie schon von robotergesteuerten Bewegungshilfen für Querschnittsgelähmte gehört? Oder wussten Sie, dass für Berufsgenossenschaften der „Kollege Roboter“ ein topaktuelles Thema für die Präventionsarbeit von heute und morgen ist? Der vom DGUV-Landesverband Mitte organisierte Pfälzer Arbeitsschutztag fand am 24. Mai 2018 erstmals im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern statt. Dr. Albert Platz, Vorsitzender der Geschäftsführung der BGHM: „Die Themen des Pfälzer Arbeitsschutztages greifen gezielt die wichtigsten Arbeitsschutzthemen auf: Beginnend bei der Gesundheit im Betrieb, über den richtigen Umgang mit Gefahrstoffen bis hin zur Maschinensicherheit und Ergonomie. Mit Vorträgen, wie zum Beispiel über kollaborierende Roboter, richten wir den Fokus vor allem auf die künftigen Herausforderungen in der Prävention.“ Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) informierte vor Ort über ihr komplettes Leistungsspektrum in Sachen Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Ebenso stellte die BGHM die neue Präventionskampagne kommmitmensch vor. Durch die Kampagne soll die Sicherheit und Gesundheit in alle betrieblichen Abläufe integriert werden. Die Beschäftigten und Unternehmensverantwortlichen sollen den Arbeitsschutz stets mitdenken und gemeinsam Lösungen für ein Mehr an Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit entwickeln.

Die Zukunft arbeitet schon heute mit

Einen Ausblick in die Zukunft gab der Vortrag von Dr. Mathias Umbreit. Der Robotik-Experte der BGHM befasste sich darin intensiv mit dem Themengebiet der kollaborierenden Roboter als Teil der Industrie 4.0. Kollaborierende Robotersysteme seien schon heute ein Bindeglied zwischen vollautomatisierten Anlagen und manuellen Arbeitsplätzen. Durch den Trend in der Industrie 4.0 hin zu immer kleineren Stückzahlen in der Serienfertigung, gewinnen sie für die produzierende Industrie besonders an Bedeutung. Positiver Effekt: der Mensch kann dadurch insbesondere ergonomisch entlastet werden, was mittel- bis langfristig geringere Ausfallzeiten beinhaltet und auch die der Gesundheit der Beschäftigten zugutekommt. Gleichzeitig verbinden sich mit dieser neuen Form der Zusammenarbeit einige Herausforderungen für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, die Dr. Umbreit in seinem Vortrag näher erläuterte. Dazu zählen beispielsweise die Notwenigkeit spezieller Risiko- und Gefährdungsbeurteilungen, der Umgang mit möglichen Fehlfunktionen und die Festlegung von Sicherheitsparametern. Die BGHM unterstützt Betriebe bei der Einführung dieser neuen Technologie z.B. mit Forschung zu biomechanischen Grenzwerten, die bereits durch die internationale Normung übernommen wurden. Abschließend erläuterte Dr. Umbreit Wege zur Zertifizierung und gab Hinweise zum sicheren Betrieb.

Mehr als „nur“ Arbeitsschutz

Wie die neuen Möglichkeiten in der Reha konkret aussehen, erfuhr das Publikum in einem Fachvortrag über Exoskelette, die in geeigneten Fällen eine besondere Reha-Maßnahme der BGHM sein können. Als erste Berufsgenossenschaft Deutschlands übernahm die BGHM 2015 die Kosten für ein Exoskelett, das einem Versicherten, der nach einem Wegeunfall querschnittsgelähmt ist, wieder ein eigenständiges Laufen ermöglichte. Das Exoskelett ist eine am Körper tragbare, robotergesteuerte Bewegungshilfe. Dr. Wolfgang Römer, Mitglied der Geschäftsführung der BGHM: „Wir möchten hiermit ein Beispiel für die umfassende Bandbreite unserer Reha-Leistungen geben. Das Exoskelett ist dabei natürlich nur ein kleiner, aber beeindruckender Aspekt unseres gesamten Leistungsspektrums. Doch neben aller technischen Unterstützung ist die persönliche Betreuung und Begleitung bei der beruflichen und sozialen Wiedereingliederung unverzichtbar, was wir durch das Reha-Management der BGHM sicherstellen.“ Diese Unterstützung ende eben nicht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus. „Durch den persönlichen Kontakt unserer Reha-Manager, die verunglückte Personen individuell betreuen und begleiten, gelingt die Rückkehr in den Beruf und in ein möglichst selbstbestimmtes Leben am besten. Der Mensch steht dabei für uns klar im Mittelpunkt“, sagt Dr. Römer.