Brände an Maschinen vermeiden

BGHM informiert über neueste Entwicklungen beim Brand- und Explosionsschutz

Bamberg (BGHM). In vielen Branchen sind mögliche Brände und Explosionen am Arbeitsplatz immer noch eine ernstzunehmende Gefahr. Gerade beim Arbeiten mit Maschinen kann es zu schweren Brandereignissen kommen. Wie man diese verhindert und im Ernstfall Sicherheit und Gesundheit gewährleistet, stand im Fokus der diesjährigen Fachveranstaltung „Maschinen“ des Fachbereichs Holz und Metall am 5. Juli 2018 in Bamberg. In mehreren Vorträgen sowie anhand einer Praxisvorführung einer Metallstaub-Explosion erhielten rund einhundertvierzig Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit und weitere Fachpersonen einen Überblick über die aktuellen Neuerungen zum Thema Brand- und Explosionsschutz an Maschinen.

Neue Norm für mehr Sicherheit

 Seit vielen Jahren führt die BGHM unter fachlicher Federführung des DGUV Fachbereich Holz und Metall gemeinsam mit engagierten Unternehmen und Experten wissenschaftliche Untersuchungen durch und ist an der Übertragung der Ergebnisse in das Vorschriften- und Regelwerk bzw. Normen und Richtlinien maßgeblich beteiligt. Damit leistet die BGHM und andere Berufsgenossenschaften Hilfestellung bei der sicheren Gestaltung der Maschinen in der Fertigung. Die jüngste Überarbeitung einer solchen Norm stellte BGHM-Fachmann Harald Sefrin vor. Er ist Vorsitzender der Working Group „Machinery: Fire Prevention and Protection“, welche die EN ISO 19353 „Sicherheit von Maschinen – Brandschutz“ überarbeitet hat. Darin wird beschrieben, wie eine Risikobeurteilung hinsichtlich des Brandschutzes erstellt wird und anhand eines Praxisbeispiels anschaulich erläutert. Auf der Veranstaltung skizzierten verschiedene Herstellerfirmen, wie die Anforderungen der Norm bereits im industriellen Alltag angewendet werden. So werden geprüfte Schutzsysteme wie beispielsweise Türlabyrinthe und Flammensperren gegen Flammenaustritte sowie automatische Löschanlagen bereits bei der Planung und Konstruktion in das Sicherheitskonzept der Maschinen mit eingebunden. Gerade Lackieranlagen und deren Umgebung zählen vor allem wegen der Eigenschaften der Beschichtungsstoffe zu den Arbeitsbereichen mit erheblicher Brandgefährdung.

Forschung für die Praxis

Da Brandereignisse bei Maschinen jedoch immer singulär und spezifisch sind und sie höchst aufwändig untersucht werden müssen, hat die BGHM seit einiger Zeit einen speziellen Versuchsstand zur Bestimmung der Reaktionsheftigkeit von brennbaren Kühlschmierstoff-Luft-Gemischen in Betrieb genommen. „Mit diesem Forschungsprojekt ist es uns möglich, realitätsnahe Versuche durchzuführen,“ erklärte BGHM-Experte Dr. Matthias Umbreit, der das Projekt sowie die Fachveranstaltung mit initiierte. „Ziel der Untersuchungen ist es, wirksame Schutzsysteme wie beispielsweise Türlabyrinthe, Flammensperren oder Absaugeinrichtungen zu entwickeln, zu prüfen und deren Einsatz in der Praxis zu testen. Damit können schwere Unfälle mit Brandverletzungen sicher verhindert und die Maschinenbediener vor deren Auswirkungen geschützt werden.“

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Vorstellung von Löschkonzepten, Schutzsystemen gegen Flammenaustritt sowie Best-Practice-Beispielen sicherer Maschinensteuerung. „Neue technologische Entwicklungen in der Zerspanung brennbarer Werkstoffe wie etwa Magnesium-Legierungen im Leichtbau werden trotz Verwendung neuer und weniger brennbarer Kühlschmierstoffe immer wieder zu veränderten Herausforderungen in Sachen Brandschutz führen. Deshalb ist es wichtig, dass die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung auch in Zukunft den betroffenen Unternehmen durch ihre präventive Forschung und Beratung unterstützend zur Seite stehen“, sagte Harald Sefrin.