BGHM-Betriebsärztetagung 2020: Neues aus Forschung und Praxis

Fortbildung und Netzwerktreffen der BGHM mit Informationen zu Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Rehabilitation

Gelsenkirchen (BGHM). Welche Entwicklungen gibt es in der Arbeitsmedizin, im Arbeitsschutz und in der Rehabilitation? Dieser Frage gehen Betriebsärztinnen und Betriebsärzte aus ganz Deutschland jedes Jahr auf der Betriebsärztetagung der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) nach. Am 21. und 22. Januar 2020 informierten Fachleute in Gelsenkirchen die 300 anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Projekte und Neuigkeiten. Die BGHM richtet die Betriebsärztetagung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) und dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) aus.

Forschungsprojekte für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

„Aus BGHM-geförderten Forschungsprojekten ergeben sich neue, unter anderem für die Arbeitsmedizin relevante Erkenntnisse“, sagt Dr. Wolfgang Marschner, Leiter des Referats Forschung, der auf der Betriebsärztetagung über die Forschungsaktivitäten der BGHM sprach. Diese reichen von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren über Gefahrstoffe bis hin zur Gestaltung von Arbeit und Technik.

„Bei einem vor Kurzem abgeschlossenen Projekt untersuchte ein Forschungskonsortium die körperlichen und psychischen Belastungen bei der Arbeit an U-Linien-Montagesystemen“, nennt Marschner als Beispiel. Die Ergebnisse – beispielsweise wie Raumabmessungen und Bewegungsflächen in solchen Produktionssystemen den arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechend gestaltet oder wie psychische Sättigung und Ermüdung vermieden werden können – werden über die berufsgenossenschaftlichen Schriften, über Veranstaltungen der BGHM sowie über Betriebsbesuche durch die BGHM-Aufsichtspersonen zur Anwendung in der alltäglichen Praxis in den Unternehmen verbreitet.

Betriebsärztetagung als etablierte Fachveranstaltung

Weitere Vorträge auf der Tagung befassten sich mit Schutzmaßnahmen bei UV-Strahlung oder mit Erkenntnissen zu Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) aus einem Arbeitsprogramm der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA). Außerdem waren die Zukunft von Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Rehabilitation Thema, etwa der Einsatz von Exoskeletten in Betrieben und eine mögliche Teilhabe durch Robotik. „Mit ihrem Fachprogramm hat sich die Veranstaltung als Fortbildung sowie als Austausch-Möglichkeit für Betriebsärztinnen und Betriebsärzte etabliert“, sagt Dr. Florian Struwe, ärztlicher Leiter der BGHM-Betriebsärztetagung und Leiter des Ausschusses Arbeitsmedizin der Gesetzlichen Unfallversicherung.