Arbeitssicherheit als Selbstverständlichkeit

(Von links) Christian Reinhold, Stephan Ranke, Franz Bernd Pauli (alle Franz Pauli GmbH) und Thomas Ries (Berufsgenossenschaft Holz und Metall).

Franz Pauli GmbH erhält Gütesiegel „Sicher mit System“ der BGHM

Ense (BGHM). Die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit stets mitbedenken und im Betriebsablauf aktiv berücksichtigen – für die Beschäftigten der Franz Pauli GmbH im nordrhein-westfälischen Ense gehört das inzwischen zu den Selbstverständlichkeiten im Job. Vorausgegangen war die sukzessive Einführung eines professionellen Arbeitsschutzmanagementsystems (AMS). Dafür erhielt der mittelständische Hersteller von Stanz- und Umformteilen jetzt das Gütesiegel „Sicher mit System“ der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM).

Schritt für Schritt zur Sicherheit

Den Anstoß, ein professionelles AMS einzuführen, gab die damals zuständige Aufsichtsperson der BGHM. Da die Enser Firma von jeher in Sachen sicheres und gesundes Arbeiten gut aufgestellt war, fehlte nicht mehr viel, um die abschließende Begutachtung zum Gütesiegel durchzuführen. Beim Thema Dokumentation, beispielsweise auch von Beinahe-Unfällen, fiel der Arbeitsaufwand allerdings umfangreicher aus, als zunächst angenommen. Doch das Engagement zahlte sich aus. Fragt man Betriebsleiter Stephan Ranke nach den konkreten Verbesserungen durch die Einführung des AMS, so muss er nicht lange überlegen: „Heute sprechen wir offen und lösungsorientiert über Fehler, die Arbeitssicherheit ist fester Programmpunkt unserer Führungskräfterunde und alle im Betrieb geben noch besser aufeinander Acht“, sagt der Betriebsleiter.

Fehlerkultur als Erfolgsfaktor

Auch Aufsichtsperson Thomas Ries stellt diese positiven Veränderungen fest und hebt dabei ein Thema besonders hervor: „Eine der wirkungsvollsten Verbesserungen ist der im gesamten Betrieb veränderte Umgang mit Fehlern. Läuft etwas verkehrt oder wird unsicher hantiert, wird das vorwurfsfrei und lösungsorientiert angesprochen“, sagt Ries. Ein solch konstruktiver Umgang mit Fehlern und Fehlverhalten ist eine besonders gute Grundlage für die Prävention von Arbeitsunfällen. Das zu erreichen war Betriebsleiter Ranke im Zuge der AMS-Einführung daher auch eine Herzensangelegenheit. „Früher fragten sich die Kollegen: Entstehen mir Nachteile, wenn ich einen Fehler bemerke und ihn anspreche? Diese und ähnliche Befürchtungen gehören der Vergangenheit an, denn heute betrachten wir Fehler als Verbesserungschance“, erzählt Ranke. Die positive Fehlerkultur steigerte außerdem die die Mitarbeitermotivation und es kommt zu spürbar weniger Störungen im Betriebsablauf. Für Firmenchef Franz-Bernd Pauli ist dies ein Erfolg des gesamten Teams. Doch mit dem drei Jahre lang gültigen Gütesiegel soll noch lange nicht Schluss sein. „Beim Thema Arbeitssicherheit ist man nie fertig – es gibt immer etwas zu verbessern“, so Franz-Bernd Pauli, bei der Übergabe des Zertifikats.