Hautschutz

Hautschutz

Hauterkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen an gewerblichen Arbeitsplätzen. Für die Betroffenen kann dies neben gesundheitlichen Problemen die Aufgabe des erlernten Berufes, den Verlust des Arbeitsplatzes und damit finanzielle und soziale Benachteiligungen bedeuten. Der gesamte Erkrankungsverlauf geht oft mit hohen psychischen Belastungen einher.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Anlässe für die arbeitsmedizinische Pflicht- und Angebotsvorsorge für bestimmte hautgefährdende Tätigkeiten sind im Anhang Teil 1 der Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge aufgeführt.

Bei den folgenden hautgefährdenden Tätigkeiten wird die Pflichtvorsorge gefordert:

  • Feuchtarbeit von regelmäßig 4 Stunden oder mehr je Tag
  • Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Isocyanaten, bei denen ein regelmäßiger Hautkontakt nicht ausgeschlossen werden kann oder eine Luftkonzentration von 0,05 Milligramm pro Kubikmeter überschritten wird,
  • Tätigkeiten mit dermaler Gefährdung oder inhalativer Exposition mit Gesundheitsgefährdung, verursacht durch Bestandteile unausgehärteter Epoxidharze, insbesondere durch Versprühen von Epoxidharzen,
  • Tätigkeiten mit Benutzung von Naturgummilatexhandschuhe mit mehr als 30 µg Protein je Gramm im Handschuhmaterial

Eine Angebotsvorsorge ist bei den folgenden hautbelastenden Tätigkeiten notwendig:

  • Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als 2 Stunden je Tag,
  • Tätigkeiten mit Exposition gegenüber Isocyanaten, bei denen ein Hautkontakt nicht ausgeschlossen werden kann oder eine Luftkonzentration von 0,05 Milligramm pro Kubikmeter eingehalten wird,
  • Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde oder mehr je Tag.

Darüber hinaus kann aufgrund anderer Gesundheitsgefährdungen Angebots- oder Pflichtvorsorge erforderlich werden, z. B. bei Tätigkeiten mit hautresorptiven oder hautsensibilisierenden Stoffen entsprechend dem Anhang der ArbmedVV.

Ferner hat der Arbeitgeber regelmäßig die arbeitsmedizinische Vorsorge zu ermöglichen, wenn Beschäftigte dies wünschen und trotz geeigneter Schutzmaßnahmen mit einem Gesundheitsschaden zu rechnen ist (Wunschvorsorge).

Was ist bei Hautveränderungen zu tun?

Hauterkrankungen entstehen erfahrungsgemäß über einen längeren Zeitraum. Erste Anzeichen hierfür sind trockene und raue Haut, Rötungen und Juckreiz. In solchen Fällen ist der Vorgesetzte zu informieren und ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen (Betriebsärztin, bzw. Betriebsarzt oder Hautärztin, bzw. Hautarzt).

Nehmen Sie auch kleine Hautveränderungen ernst!

Weiterführende Informationen und Downloads 

Hautschutz in Metallbetrieben

Hinweis

Weitere Fachinformationen, aber auch alle Praxishilfen, Gesetze, Verordnungen, Betriebsanweisungen, Seminare, Filme oder Internet-Links zum Thema "Hautschutz" finden Sie in der Bibliothek "Hautschutz".