Arbeitsschutz Kompakt Nr. 083

Elektrische Betriebsmittel auf Montagestellen

Vor dem Arbeiten:

  • Der Arbeitsumfang, die Tätigkeit und die Arbeitsbedingungen müssen definiert sein.
  • Energieversorgung regeln.
  • Bei Bedarf Energieverteilung aufbauen.
  • Elektrische Betriebsmittel dürfen nur von besonderen Anschlusspunkten mit Strom versorgt werden; zum Beispiel:
    – Baustromverteiler
    – Zugeordnete Abzweige ortsfester elektrischer Anlagen
    – Transformatoren mit getrennten Wicklungen
    – Mobile Stromerzeuger der Bauart A und B, Bauart C und D nur bei Inbetriebnahme durch eine Elektrofachkraft
  • Nur Elektrofachkräfte oder elektrotechnisch unterwiesene Personen unter Aufsicht und Leitung von Elektrofachkräften dürfen elektrische Anlagen und Betriebsmittel errichten, verändern und instandhalten.
  • Vor Benutzung der Betriebsmittel ist eine Sichtprüfung durchzuführen.
  • Geeignetes Werkzeug, Hilfsmittel und persönliche Schutzausrüstung müssen vorliegen.
  • Es dürfen nur Geräteanschlussleitungen vom Typ H07RN-F oder H07BQ-F oder höherwertig verwendet werden.
  • Bei handgeführten Elektrogeräten und einer Anschlussleitung bis 4 m Länge ist auch der Bautyp H05RN-F oder H05BQ-F zulässig.
  • Leitungsroller müssen über eine Überhitzungs-Schutzeinrichtung verfügen und spritzwassergeschützt ausgelegt sein.
  • Bei Leitungsrollern müssen Tragegriff, Kurbelgriff und die Trommel aus Isolierstoff bestehen oder mit Isolierstoff umhüllt sein.
  • Steckvorrichtungen sind nur mit Isolierstoffgehäuse zulässig:
    – als Steckvorrichtungen, zweipolig mit Schutzkontakt,
    – als CEE-Steckvorrichtungen, 5-polig.
  • Schalter und Steckvorrichtungen müssen spritzwassergeschützt (XP4) sein.
  • Handleuchten müssen schutzisoliert und strahlwassergeschützt (XP5) sowie für den rauen Betrieb ausgelegt sein.
  • Ortsfeste elektrische Betriebsmittel müssen den Bestimmungen für den rauen Betrieb entsprechen und mindestens spritzwassergeschützt (XP4) sein.
  • Handgeführte Elektrowerkzeuge müssen ebenfalls den Bestimmungen für den rauen Betrieb entsprechen, können aber, je nach Einsatzbereich, mit reduzierter Schutzart betrieben werden.
  • Nach Errichtung, Veränderung und Instandsetzung und in regelmäßigen Abständen müssen Elektrofachkräfte elektrische Anlagen und Betriebsmittel prüfen und kennzeichnen. Die Prüfergebnisse sind mindestens bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren.

Während der Arbeiten:

  • Mechanisch beanspruchte Leitungen müssen geschützt
    verlegt werden.
  • Arbeitsmittel dürfen nur gemäß Bedienungsanleitung verwendet werden.
  • Decken-, Wand- oder Bodenleuchten müssen mit zugehörigen Aufhängungen befestigt oder mit geeigneten Ständern aufgestellt werden.
  • Werden elektrische Betriebsmittel nur einzeln für geringe Arbeiten verwendet, dürfen als Anschlusspunkte auch Hausinstallationen über Schutzverteiler oder Schutzeinrichtungen
    (PRCD-S) verwendet werden. Anderenfalls dürfen Hausinstallationen nicht verwendet werden.
  • Hinweis: Frequenzgesteuerte Betriebsmittel können im Fehlerfall vorgeschaltete Fehlerstromschutzschalter (RCD) Typ A unwirksam machen, deshalb müssen diese über einen
    allstromsensitiven RCD Typ B angeschlossen werden.
  • Bei erhöhter elektrischer Gefährdung mit begrenzter Bewegungsfreiheit (z. B. Arbeiten in leitfähigen Behältern) darf pro Transformator nur ein ortsveränderliches Betriebsmittel angeschlossen werden. Weitere Betriebsmittel müssen jeweils über einen separaten Trenntransformator angeschlossen
    werden. Alternativ ist der Anschluss an einen SELV-Stromkreis möglich.
    – Die Trenntransformatoren müssen außerhalb des leitfähigen Bereichs aufgestellt werden.
    – Die Länge der Zuleitung zum Trenntransformator darf maximal 4 m betragen.
    – Bei ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln ist Schutzklasse II anzustreben.
    – Ortsveränderliche Trenn- und Sicherheitstransformatoren müssen der Schutzklasse II entsprechen.

Nach dem Arbeiten:

  • Sicht- und Funktionsprüfung der Betriebsmittel

Weitere Informationen:

  • BetrSichV (Quelle: Gesetze-im-Internet.de)
  • TRBS 1201 „Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“ (Link: BAuA)
  • TRBS 1203 „Befähigte Personen“ (Link: BAuA)
  • DGUV Vorschrift 3  „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“
  • DGUV Information 203-004 „Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer Gefährdung“
  • DGUV Information 203-005  „Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach Einsatzbedingungen“ (Link: DGUV)
  • DGUV Information 203-006  „Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen“ (Link: BG Bau)
  • DGUV Information 203-032  „Auswahl und Betrieb von Stromerzeugern auf Bau- und Montagestellen“ (Link: DGUV)
  • DGUV Information 203-071  „Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel“ (Link: DGUV)

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