Natürliche optische Strahlung (Sonnenstrahlung)

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Sonnenstrahlung schenkt uns Wärme, Licht und damit auch Wohlbefinden. Auf der Haut wird durch die natürliche UV-Strahlung auch ein wichtiges Vitamin, das Vitamin D3 gebildet. „Gesunde Bräune“ – für viel Menschen gehört dies zu einem gepflegten Äußeren. Ein Übermaß an Sonnenstrahlung aber schadet unserer Haut und unseren Augen – akut und langfristig!

Daher ist Sonnenschutz wichtig – im Beruf wie in der Freizeit! Ein Sonnenbrand ist kein Kavaliersdelikt. Sonnenstrahlung kann nicht nur einen Sonnenbrand hervorrufen, sondern sie kann auch die Augen schädigen, zu einem Hitzschlag oder Sonnenstich führen und nach langjähriger Einwirkung Hautkrebs verursachen. Bestimmte Formen des hellen Hautkrebses und dessen Vorstufen (aktinische Keratosen), die durch die UV-Strahlung der Sonne bei Arbeiten im Freien verursacht werden, wurden deshalb in die Berufskrankheitenliste aufgenommen (BK5103).

Gefährdungsbeurteilung

Der Arbeitsgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind, um eine Gefährdung für das Leben und die Gesundheit der Beschäftigten möglichst zu vermeiden oder die verbleibende Gefährdung möglichst  gering zu halten. Die Arbeitsstättenverordnung sieht für Arbeitsplätze im Freien einen Schutz vor Witterungseinflüssen sowie die Bereitstellung von geeigneten persönlichen Schutzausrüstungen vor (ArbStättV Anhang 5.1).
Die Exposition der im Freien tätigen Beschäftigten gegenüber der natürlichen UV-Strahlung hängt ab von:

  • der Dauer der Tätigkeit im Freien
  • der Tages- und Jahreszeit, d.h. in den sonnenreichen Monaten April – September und in der Zeit von etwa 10 (11) - 15 Uhr ist die Sonnenstrahlung besonders hoch.
  • den geographischen Faktoren des Aufenthaltsortes (Höhe und Lage/Breitengrad) z. B. bei Tätigkeiten im Ausland. 
  • Bedeckung des Körpers mit Kleidung oder Persönlicher Schutzausrüstung
  • Bewölkung und Abschattung hingegen mindert die UV-Strahlung.

UV-Index

Der UV-Index ist das weltweit einheitliche Maß für den gemessenen bzw. prognostizierten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Bestrahlungsstärke, der von der Sonne während des Tages auf einer horizontalen Fläche an der Erdoberfläche hervorgerufen bzw. erwartet wird. Der UV-Index stellt für Arbeitgeber eine Orientierungshilfe bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung für Arbeiten im Freien und der Festlegung der Schutzmaßnahmen dar. Bereits ab einem UV-Index 3, der Mitte März bis Mitte Oktober bei sonnigen Tagesabschnitten in Deutschland erreicht werden kann, können Schutzmaßnahmen erforderlich sein. Der UV-Index kann an verschiedenen Stellen im Internet tagesaktuell oder auch als Prognose für die nächsten Tage abgerufen werden.

Schutzmaßnahmen

Die Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten im Freien sind gemäß dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung auszuwählen. Bei der Auswahl ist die Rangfolge der Schutzmaßnahmen (TOP-Prinzip) zu beachten. Dies können beispielsweise sein:

Technische Schutzmaßnahmen:

  • Überdachungen, 
  • Sonnenschirme und Sonnensegel, 
  • die Verwendung von UV-absorbierende Abdeckungen oder von UV-absorbierenden Fenstern in Fahrzeugen, 
  • Klimaanlagen in Fahrerkabinen, 
  • gutdurchlüftete Bereiche, um einen Hitzestau zu vermeiden.

Organisatorische Schutzmaßnahmen:

  • zeitliche Beschränkung der Arbeitszeit in der Sonne, 
  • die Verlegung von Arbeiten im Freien in abgeschattete Bereiche
  • die Vermeidung der strahlungsintensiven Zeiten in der Mittagszeit z. B. durch Arbeitsbeginn in den frühen Morgenstunden.
  • Mittagspause in geschlossenen Räumen, Kabinen oder im Schatten verbringen

Unterweisung

Die Unterweisung enthält abgeleitet aus der Gefährdungsbeurteilung immer nähere Angaben zu den Gesundheitsgefährdungen sowie die Schutzmaßnahmen, die zur Vermeidung der Gefährdung zu treffen sind. Die Beschäftigten sollten auch darauf hingewiesen werden, dass Sonnenstrahlung und die gleichzeitige Einnahme von bestimmten Medikamenten u.U. zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen kann. Hier ist ärztlicher Sachverstand einzubeziehen.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Bei Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde und mehr je Tag ist den Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Vorsorge gemäß AMR 13.3 anzubieten.

Persönliche Schutzmaßnahmen:

  • Textiler Lichtschutz durch geeignete den ganzen Körper bedeckende Bekleidung und persönliche Schutzausrüstung
  • Kopfbedeckungen wie Helm, Mützen, Kappen, die auch Nacken und Ohren schützen
  • Sonnenschutzbrille 
  • Anwendung von UV-Schutzmittel für die Stellen des Körpers, die sich anderweitig nicht bedecken lassen. UV-Schutzmittel sollten eine hohe oder sehr hohe Schutzkategorie (Lichtschutzfaktor > 30) besitzen, einen ausreichenden UVA-Schutz bieten und wasser- und schweißfest sein.

Hinweis

Weitere Fachinformationen, aber auch alle Praxishilfen, Gesetze, Verordnungen, Betriebsanweisungen, Seminare, Filme oder Internet-Links zum Thema "Optische Strahlung" finden Sie in der Bibliothek "Optische Strahlung".