Künstliche optische Strahlung

Foto: Stahl-Zentrum / thyssenkrupp Steel Europe AG

Typische künstliche inkohärente optische Strahlungsquellen in Holz- und Metallbetrieben sind z. B. Schweißlichtbögen, Flüssigmetalle in Schmelzöfen, offene Gasflammen, UV-Strahler in Entkeimungs-, Beschichtungs-, Belichtungs-, Härtungs- und Trocknungsanlagen, Infrarot- (IR-) Trocknungsanlagen, lichtemittierende Dioden (LED), Leuchten (z. B. Tageslichtscheinwerfer, Projektionseinrichtungen). Laser z. B. in der Materialbearbeitung oder beim Schweißen sind künstliche kohärente optische Strahlungsquellen.

Gesetzliche Grundlagen:

Für Tätigkeiten, bei denen künstliche optische Strahlung auftritt, gilt seit 2010 die Arbeitsschutzverordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung (OStrV). Für die beiden Regelungsbereiche der Verordnung, die künstliche inkohärente optische Strahlung und die Laserstrahlung, wurden jeweils 4 Technische Regeln (TROS IOS, TROS Laser) erarbeitet.

Gefährdungsbeurteilung:

Der Unternehmer hat bei Tätigkeiten mit Exposition gegenüber künstlicher optischer Strahlung eine Gefährdungsbeurteilung fachkundig durchzuführen. Diese umfasst neben den direkten auch die indirekten Auswirkungen optischer Strahlung z. B. vorübergehende Blendung oder Brand- und Explosionsgefahren. Als Begrenzung der Expositionshöhe für optische Strahlung gelten die Grenzwerte nach § 6 OStrV und EU-Richtlinie 2006/25/EG. Diese sind differenziert nach den verschiedenen Wellenlängenbereichen der Strahlung und nach ihrer Wirkung auf Haut und Augen. Kann die Überschreitung der Expositionsgrenzwerte nicht ausgeschlossen werden, sind geeignete Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip zu ergreifen.

Keine relevante Gefährdung durch künstliche optische Strahlung besteht nach der Arbeitsschutzverordnung "Künstliche Optische Strahlung" (OStrV) bei handelsüblichen Deckenleuchten oder der üblichen Allgemeinbeleuchtung in Arbeitsstätten im Normalbetrieb, Bildschirmen von PC´s, Laptops´s, Handy´s, die als Strahlungsquellen sehr schwach sind und keine Überschreitung der Expositionsgrenzwerte nach sich ziehen.

Schutzmaßnahmen:

Schutzmaßnahmen gegen Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung sind nach dem STOP-Prinzip auszuwählen. Beispiele sind:

  • Substitution der Strahlungsquellen oder Einsatz alternativer Arbeitsverfahren ohne Emission optischer Strahlung. 
  • Technische Schutzmaßnahmen wie Abdeckungen, Abschirmungen, Einhausungen, Einsatz von Schutzvorhängen oder Schutzwänden, optische Filter
  • organisatorische Schutzmaßnahmen wie die zeitliche Beschränkung der Arbeiten mit Exposition, die Vergrößerung des Abstandes zwischen Strahlungsquelle und Mitarbeiter, die Unterweisung der Mitarbeiter aber auch die Kennzeichnung der Gefahrenbereiche mit Warnhinweisen sowie mit Gebots- und Verbotszeichen.
  • Persönliche Schutzmaßnahmen sind die verschiedensten Arten von körperbedeckender Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) wie Augen- oder Gesichtsschutz, Kopfschutz, Schutz- bzw. Arbeitskleidung sowie Handschutz.

Arbeitsmedizinische Vorsorge:

Abhängig von der Expositionshöhe der künstlichen inkohärenten optischen Strahlung ist nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbmedVV) eine Pflichtvorsorge durchzuführen oder den Beschäftigten anzubieten (Angebotsvorsorge).

Hinweis

Weitere Fachinformationen, aber auch alle Praxishilfen, Gesetze, Verordnungen, Betriebsanweisungen, Seminare, Filme oder Internet-Links zum Thema "Optische Strahlung" finden Sie in der Bibliothek "Optische Strahlung".