Lagereinrichtungen

Hochregalager

Lagereinrichtungen sind in den unterschiedlichsten Bauarten in fast allen Mitgliedsunternehmen der BGHM anzutreffen. Eine nicht abgeschlossene Übersicht solcher Arbeitsmittel ist in der DGUV Regel 108-007 „Lagereinrichtungen und –geräte“ (ehem. BGR 234) aufgelistet.

Lagereinrichtungen sind ortsfeste sowie verfahrbare Regale

Die folgende Fotogalerie vermittelt einige Eindrücke zu diesen Arbeitsmitteln.

Abb. 1  vertikales Umlaufregal
Abb. 1 vertikales Umlaufregal
Abb. 12 verfahrbares Regal
Abb. 12 verfahrbares Regal
Abb. 11 Übergabestelle auf Stahlbaubühne
Abb. 11 Übergabestelle auf Stahlbaubühne
Abb. 10 Ein- und Durchfahrregal
Abb. 10 Ein- und Durchfahrregal
Abb. 9  Mehrplatzregal
Abb. 9 Mehrplatzregal
Abb. 8  Einplatzregal
Abb. 8 Einplatzregal
Abb. 7  Einschubregal
Abb. 7 Einschubregal
Abb. 6  Durchlaufregal
Abb. 6 Durchlaufregal
Abb. 5  Stahlbaubühne
Abb. 5 Stahlbaubühne
Abb. 4  Kragarmregal
Abb. 4 Kragarmregal
Abb. 3  Kommissionierbühne
Abb. 3 Kommissionierbühne
Abb. 2  Fachbodenregal
Abb. 2 Fachbodenregal
Abb. 13 verfahrbares Fachbodenregal
Abb. 13 verfahrbares Fachbodenregal
 
 

 

Unfallgefahren entstehen häufig durch

  • fehlende Standsicherheit,
  • Beschädigungen durch Anfahren mit Flurförderzeugen,
  • nicht fachgerechte Reparatur oder Änderungen,
  • unzureichende Dimensionierung der Lagereinrichtungen,
  • Heraus- oder Herabfallen von Lagergut,
  • unzulässige Lastverteilung im Regal,
  • fehlende Kennzeichnung.

Darüber hinaus können bei kraftbetriebenen Lagereinrichtungen beispielsweise Quetsch-, Scher- und elektrische Gefährdungen auftreten.

Grundlage für die Bau- und Ausrüstungsbestimmungen von Regalen ist das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG). In der DIN EN 15635 „Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl - Anwendung und Wartung von Lagereinrichtungen“ werden die Anforderungen an diese Arbeitsmittel konkretisiert. Für kraftbetriebene Regale müssen zusätzlich die Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG eingehalten werden.

Weitere Vorgaben an den Betrieb und die Prüfung von Lagereinrichtungen und -geräten sind in der DGUV Regel 108-007 „Lagereinrichtungen und –geräte“ (ehem. BGR 234) und der Betriebssicherheitsverordnung beschrieben. Es sind immer die Herstellerangaben zum Errichten, Kennzeichnen, Betreiben und Reparieren zu beachten. Darüber hinaus sind Anforderungen an das sichere Betreiben von Regalen in der BGI/GUV-I 5166 „Sicherheit von Regalen“ zusammenfassend dargestellt.

Anforderungen an die wiederkehrende Prüfung seitens des Betreibers ergeben sich aus der Betriebssicherheitsverordnung. Auf Basis der Gefährdungsbeurteilung sind Fristen für die Prüfungen aller Arbeitsmittel festzulegen. Diese Prüfungen sind mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person gemäß Herstellerangaben durchzuführen. Darüber hinaus sind an Lagereinrichtungen regelmäßige Sichtprüfungen in kürzeren Abständen nach Gefährdungsbeurteilung innerbetrieblich vorzunehmen.

Eine besondere Gefährdung ergibt sich durch sogenannte Schmalganglager. Hierbei handelt es um Gangbreiten, die keine ausreichenden Schutzräume für Fußgänger bei Begegnung mit Flurförderzeugen von beidseitig mindestens 0,5 m bieten. Vorgaben zum sicheren Betrieb solcher Arbeitsmittel sind in der DGUV Vorschrift 68 „Flurförderzeuge“ definiert. Ergänzende Hinweise dazu sind in der DIN 15185-2 enthalten.

Häufig gestellte Fragen betreffen die Prüfung und Instandsetzung von Regalen.
Die Betriebssicherheitsverordnung enthält im § 10 grundsätzliche Aussagen zur Prüfung:
„Unterliegen Arbeitsmittel Schäden verursachenden Einflüssen, die zu gefährlichen Situationen führen können, hat der Arbeitgeber die Arbeitsmittel entsprechend den nach § 3 Abs. 3 ermittelten Fristen durch hierzu befähigte Personen überprüfen zu lassen.“

Der Unternehmer muss grundsätzlich selbst prüfen, ob seine Arbeitsmittel Schäden verursachenden Einflüssen unterliegen und ob solche Schäden zu gefährlichen Situationen führen können. Stellt er fest, dass beides zutrifft, muss er Prüfungen durchführen lassen. Dies gilt grundsätzlich für alle Regale. Regale, die von Hand be- und entladen werden, sind zwar nicht ausgenommen, in der Regel können hier aber Schäden verursachende Einflüsse oder Gefährdungen ausgeschlossen werden, so dass auf regelmäßige Prüfungen nach § 10 BetrSichV verzichtet werden kann. Detaillierte Angaben zur Prüfung von Regalen werden in der DIN EN 15635 gemacht.

Werden bei der Prüfung Schäden festgestellt, stellt sich sofort die Frage, wie diese zu beheben sind!
Der ehemalige Fachausschuss „Förder- und Lagertechnik“ (jetzt Fachbereich „Handel und Logistik“) hat in seiner Sitzung am 16.02.2011 mit Vertretern von Regalherstellern und Firmen die Regalreparaturen anbieten die Frage nach der Zulässigkeit von Reparaturen diskutiert. Der Fachausschuss kam zu folgendem Ergebnis:

„Reparaturen an Regalen dürfen grundsätzlich auch von Firmen durchgeführt werden, die nicht der Hersteller des Regals sind, auch ohne dessen Zustimmung. Voraussetzungen hierfür sind: Der Reparateur garantiert und bescheinigt dem Betreiber, dass die Tragfähigkeit des Regals mindestens so gut ist wie im Neuzustand. Auf Anforderung von Behörden (zum Beispiel Gewerbeaufsicht oder Berufsgenossenschaft), muss der Reparateur einen Nachweis über eine ausreichende Tragfähigkeit vorlegen. Der Nachweis kann durch Berechnung und/ oder durch Versuche geführt werden.“

Hinweis

Im Seminar "Lagerbetrieb (TLLB10)" der BGHM werden auch Grundlagen zur Beschaffung, zum sicheren Betrieb, der Prüfung und der Instandsetzung von Lagereinrichtungen vermittelt.

Tipp

Weitere Informationen zu Lagereinrichtungen finden Sie in der Bibliothek "Lagereinrichtungen"