Arbeitsmedizinische Vorsorge "Lärm" (G 20)

Hörtest

Warum Vorsorge und Vorsorgeuntersuchungen?

Ziel der arbeitsmedizinischen Vorsorge ist die Früherkennung und Verhütung von Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren, gegebenenfalls auch eine Verlaufskontrolle.

Die Vorsorge enthält auch eine Information und Beratung des/der Beschäftigten wie auch - unter Einhaltung der ärztlichen Schweigepflicht - des Arbeitgebers:

  • Beratung des/der Beschäftigten, um individuelle persönliche Maßnahmen zu empfehlen, z. B. die Beratung zu erhöhten lärmbedingten Unfallgefahren, Tinnitus oder zur Auswahl und Benutzung von Gehörschutz.
  • Beratung des Arbeitgebers, z. B. zur Verringerung der Lärmexposition der Beschäftigten durch technische, organisatorische oder persönliche Maßnahmen, zu Inhalten der allgemeinen arbeitsmedizinischen Beratung der Beschäftigten, Motivation der Beschäftigten durch Unterweisung zur Lärmminderung und Benutzung von persönlichem Gehörschutz.

Die Untersuchungen und die Beratung auf Basis der Ergebnisse vermitteln den Beschäftigten Kompetenzen zum Schutz Ihrer Gesundheit am Arbeitsplatz und in der Freizeit. 

In der Praxis: Angebots- und Pflichtvorsorge

Wenn bei Tätigkeiten Tages-Lärmexpositionswerte von LEX,8h > 80 dB(A) bis unter LEX,8h = 85 dB(A) auftreten, bzw. hohe Spitzenschalldruckpegel ab LpC,peak > 135 dB(C) bis unter LpC,peak = 137 dB(C) entstehen, ist die arbeitsmedizinische Vorsorge vom Arbeitgeber regelmäßig anzubieten.

Wenn bei Tätigkeiten Tages-Lärmexpositionswerte ab LEX,8h = 85 dB(A) auftreten bzw. Arbeiten mit hohen Spitzenschalldruckpegeln ab LpC,peak = 137 dB(C) durchgeführt werden, ist die arbeitsmedizinische Vorsorge vom Arbeitgeber regelmäßig zu veranlassen.

Tipp

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Vorsorgeuntersuchungen

Mit Zustimmung des Versicherten sollten auch arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Hörminderungen lassen sich so oft schon im Anfangsstadium feststellen.

Orientierung bei der Durchführung bieten die Arbeitsmedizinischen Regeln AMR Nr. 2.1 „Fristen für die Veranlassung/das Angebot von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen“ und der seit Jahren in der Praxis bewährte DGUV Grundsatz G 20 „Lärm“.

Unser Tipp: Ermitteln Sie frühzeitig die Gefährdungen, z. B. aus Messwerten und Praxishilfen, da vor erstmaliger Aufnahme einer gehörgefährdenden Tätigkeit die arbeitsmedizinische Vorsorge erstmals angeboten bzw. durchgeführt sein muss, danach in regelmäßigen Abständen.

§§ - Der rechtliche Rahmen

Arbeitsmedizinische Vorsorge wird u. a. für gefährdende Tätigkeiten aufgrund der Einwirkung von Lärm nach der am 24. Dezember 2008 in Kraft getretenen, zuletzt durch Art. 1 der Verordnung v. 23.10.2013 geänderten "Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge" (ArbMedVV) als Angebots- oder Pflichtvorsorge durchgeführt (§§ 4 u 5 ArbMedVV in Verbindung mit dem Anhang Teil 3 (1) Nr. 3 (Pflichtvorsorge); Teil 3 (2) Nr. 1 (Angebotsvorsorge). Die aktuelle Fassung der Verordnung finden sie unter www.juris.de.

Der § 11 (3) LärmVibrationsArbSchV enthält weiterhin die Bestimmung zur "allgemeinen arbeitsmedizinischen Beratung", die jeder Beschäftigte bei Tätigkeiten ab dem Überschreiten der unteren Auslösewerte "Lärm" erhalten muss und die im Rahmen der Unterweisung nach § 11 LärmVibrationsArbSchV erfolgen kann.

Weiterführende Informationen und Downloads

Weitere Fragen

Hotline: 0800 9990080-2 (kostenfreie Nummer) oder E-Mail