Instandhaltung

Die "Gewährleistung funktionstüchtiger Maschinen und Anlagen" ist nur ein Teilaspekt erfolgreicher betrieblicher Instandhaltung. Denn geplante Wartungen, fachgerechte Instandsetzungen, technische Verbesserungen, regelmäßige Inspektionen und sicherheitstechnische Prüfungen der betrieblichen Anlagen beeinflussen auch die Arbeitssicherheit an allen Produktionsarbeitsplätzen maßgeblich.

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Darüber hinaus ist die Tätigkeit der Instandhalter selbst unter sicherheitstechnischen Aspekten besonders kritisch zu betrachten, da sich hier trotz wesentlich niedrigerer Beschäftigtenzahlen mehr tödliche Arbeitsunfälle ereignen als in der Produktion. In Zahlen heißt das, 21 % aller tödlichen Arbeitsunfälle ereignen sich in der Instandhaltung.

Um die Instandhaltung sicher zu machen, müssen Arbeitsabläufe gut organisiert und die Mitarbeiter ausreichend qualifiziert sein.  Basis der Ablaufplanung ist auch hier die Gefährdungsbeurteilung, die aber durch wechselnde Arbeitsplätze, vielfältige Risikofaktoren und durch unregelmäßig wiederkehrende Arbeiten erschwert wird. Die Betriebssicherheitsverordnung definiert in ihrem Anhang 1 Nr. 2.12 im Grunde eine 4-Stufen-Methode, die als „Grundsatz für eine sichere Instandhaltung“ angesehen werden kann. Werden im Rahmen der Instandhaltung diese 4 Stufen in der beschriebenen Rangfolge konsequent angewandt, kann die Zahl der Unfälle deutlich gesenkt werden.

Die BGHM bietet deshalb ihren Mitgliedsunternehmen für die sichere Instandhaltung Unterstützung in Form von Fachseminaren und Informationsbroschüren an.

Die 4-Stufen-Methode

Die 4-Stufen-Methode beschreibt die Rangfolge der Schutzmaßnahmen. Für eine sichere Instandhaltung sind vor Aufnahme der Tätigkeiten vom Unternehmer und der betrieblichen Vorgesetzen die Arbeiten nach den Rängen 1 - 4 zu bewerten um das höchste Schutzniveau einhalten zu können.

Rang 1: Instandhaltung erst wenn keine Gefährdung vorhanden sind, d. h.:

  • Energieversorgung ist unterbrochen und
  • Ingangkommen infolge gespeicherter Energie ist ausgeschlossen und
  • gefahrbringende Bewegung ist zum Stillstand gekommen und
  • physikalische, chemische und biologische Einwirkungen und
  • unbefugtes, irrtümliches oder unerwartetes Ingangsetzen ist vermieden.

Rang 2: Instandhaltung mit vorhandenen Schutzeinrichtungen, d. h.:

  • Arbeiten nur mit den zum Betrieb notwendigen Schutzeinrichtungen wie z. B. trennenden oder ortsbindende Schutzeinrichtungen

Rang 3: Instandhaltung mit zusätzlichen Einrichtungen durch z. B.:

  • Einrichtungen, die das Eingreifen in Gefahrenstellen entbehrlich machen
  • Herabsetzen der Geschwindigkeit
  • Abtrennen oder Verdecken von Gefahrstellen
  • Einrichtungen zum schnellen Stillsetzen (z. B. Zustimmschalter)

Rang 4: Instandhaltung mit besonderen Maßnahmen, d.h.:

  • Arbeiten nur mit besonderen organisatorischen oder personellen Maßnahmen wie z. B.: nur fachlich geeignete Personen beauftragen und die ausführenden Personen speziell unterweisen

Unter Berücksichtigung dieser Methode und der einschlägigen Vorschriften und Regelwerken lassen sich die Unfallzahlen in der Instandhaltung deutlich senken.

Der Begriff "Instandhaltung"

Unter dem Begriff „Instandhaltung“ wird nach DIN 31051 die Kombination aller technischen und administrativen Maßnahmen sowie Maßnahmen des Managements während des Lebenszyklus einer Betrachtungseinheit (Teil, Bauelement, Gerät usw.) zur Erhaltung des funktionsfähigen Zustandes oder der Rückführung in diesen, sodass sie die geforderte Funktion erfüllen kann, verstanden. Die Maßnahmen der Instandhaltung sind Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung.

Instandhaltungsstrategien/-arten

Die grundsätzliche Zielsetzung der Instandhaltung, Maschinen und Anlagen in einem sicheren und störungsfreien Betrieb zu erhalten, ist mit verschiedenen Strategien zu realisieren. Hierbei sollten sowohl betriebswirtschaftliche als auch sicherheitstechnische Kriterien eine Rolle spielen. Die DIN EN 13306 beschreibt die Strategien/Arten wie folgt:

Korrektive Instandhaltung

Instandhaltung, ausgeführt nach der Fehlererkennung, um eine Einheit in einen Zustand zu bringen, in dem sie eine geforderte Funktion erfüllen kann.

Präventive Instandhaltung

Instandhaltung, ausgeführt in festgelegten Abständen oder nach vorgeschriebenen Kriterien zur Verminderung der Ausfallwahrscheinlichkeit oder der Wahrscheinlichkeit einer eingeschränkten Funktionserfüllung einer Einheit.

Zustandsorientierte Instandhaltung

Präventive Instandhaltung, die eine Kombination aus Zustandsüberwachung und/oder Konformitätsprüfung und/oder Prüfverfahren, Analysen und die daraus resultierenden Instandhaltungsmaßnahmen beinhaltet.

Weiterführende Informationen und Downloads

Gesetze, Verordnungen und Technische Regeln

Die Normen erhalten Sie beim Beuth-Verlag www.beuth.de

BG-Veröffentlichungen

Fachbereich-Informationsblätter

Hinweis

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