Gefahrstoffe und biologische Arbeitsstoffe

Gefahrstoffe

Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und Biostoffverordnung (BioStoffV) konkretisieren die an den Arbeitgeber gerichtete Verpflichtung zur Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich möglicher Gesundheitsgefahren der Arbeitnehmer. Im Dezember 2010 wurde das von der Kennzeichnung abhängige Gefahrstoff-Schutzstufenkonzept durch Schutzmaßnahmenpakete abgelöst, die sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben. Ständige Neuerungen und Anpassungen im Gefahrstoffrecht fordern von jedem Verantwortlichen ein hohes Maß an Qualifizierung ab.

Tipp

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Weiterhin sind die Anforderungen der europäischen Chemikalienverordnung (REACH) zu beachten. Diese richten sich nicht nur an die Hersteller, Importeure oder Händler von Gefahrstoffen, sondern auch an den "nachgeschalteten Anwender", d.h. an jeden, der gewerbsmäßigen Umgang mit Gefahrstoffen hat.

Auch die Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen unterliegt einer Neuordnung. Es wird von den altbekannten orangefarbenen Symbolen auf weltweit einheitliche Symbole nach GHS/CLP (Global Harmonisiertes System der Einstufung und Kennzeichnung) umgestellt.

Gefahrstoffsymbole

Gefahrstoffe können aber auch erst bei bestimmten Verarbeitungsschritten entstehen und freigesetzt werden, wie z.B. Schweißrauche oder Holzstäube. Das Fehlen einer Kennzeichnung bedeutet nicht, dass keine Gefährdungen vorliegen.

Gefahrstoffe in der Holz- und Metallbranche

Zu den in der Holz- und Metallbranche häufig vorkommenden Gefahrstoffen zählen Kühlschmierstoffe, Schweißrauche, organische Lösemittel z.B. in Lacken, Oberflächenreinigern oder Holzschutzmitteln, Kunstharze, Klebstoffe und vieles mehr. Teilweise handelt es sich auch um krebserzeugende Stoffe, wie Benzol in Kraftstoffen, Chrom-(VI)-Verbindungen in Schweißrauchen oder Hartholzstäube. Bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten kann es zu Kontakt mit asbesthaltigen Bau- und Isoliermaterialien kommen. Nach Brandereignissen können Gefährdungen durch Dioxine oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) bestehen.

Um den vielfältigen Gesundheitsgefahren vorzubeugen, sind vom Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Gefährdungen zu ermitteln und Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten festzulegen. Voraussetzung hierfür sind möglichst umfassende Informationen zu den verwendeten Stoffen, Zubereitungen und Produkten. Wichtigste Informationsquellen sind das Sicherheitsdatenblatt und Herstellerauskünfte. Das Sicherheitsdatenblatt enthält Angaben über Einstufung und Kennzeichnung, Gefahren für Mensch und Umwelt sowie zu Schutzmaßnahmen. In einem Verzeichnis sind alle Gefahrstoffe mindestens mit Bezeichnung, Einstufung, Arbeitsbereich und Verbrauchsmenge aufzulisten.

Biologische Arbeitsstoffe in der Holz- und Metallbranche

Der Begriff "biologische Arbeitsstoffe" stammt aus der Biostoffverordnung (BioStoffV). Damit werden insbesondere Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze bezeichnet, wenn sie beim Menschen Gesundheitsschäden hervorrufen können. Weitere Gruppen biologischer Arbeitsstoffe sind Viren, Endoparasiten und andere Krankheitserreger wie z.B. Prionen (BSE-Erreger).

Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen oder mit von ihnen gebildeten gesundheitsgefährlichen Stoffen wie Endotoxinen, können in unterschiedlichen Bereichen der Metall- und Holzindustrie vorkommen. Besonders beim Umgang mit wässrigen Umlaufsystemen (Kühlschmierstoffe, wasserberieselte Farbnebelabsaugwände, Teilereinigungsanlagen etc.), beim Kontakt zu schimmelpilzbefallenen Holzwerkstoffen oder Gebäudeteilen sowie bei Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an entsprechend kontaminierten Maschinen, Fahrzeugen (z.B. Müllfahrzeuge) und Anlagen (z.B. abwassertechnische Anlagen) können biologische Gefährdungen auftreten, wobei es sich dabei zumeist um "nicht gezielte Tätigkeiten" handelt. Die Gefährdungen müssen fachkundig ermittelt, die Tätigkeit einer von vier Schutzstufen zugeordnet und geeignete Maßnahmen festgelegt werden.

Hinweis:

Weitere Informationen zu Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen in der Holz- und Metallbranche finden Sie auch auf den Internetseiten des DGUV Fachbereichs Holz und Metall:

Hinweis

Weitere Fachinformationen, aber auch alle Praxishilfen, Gesetze, Verordnungen, Betriebsanweisungen, Seminare, Filme oder Internet-Links zum Thema "Gefahrstoffe und biologische Arbeitsstoffe" finden Sie in der Bibliothek "Gefahrstoffe".

Weitere Fragen

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