Pressen und Schmieden

Presse

Unfälle an Pressen führen in der Regel zu schweren Verletzungen. Aus diesem Grund ist der Unfallverhütung an diesen Maschinen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Beschaffenheitsanforderungen für (Schmiede-) Pressen der Metallbearbeitung

Erstmals im europäischen Wirtschaftsraum in Verkehr gebrachte und in Betrieb genommene Pressen unterliegen der EG-Richtlinie 2006/42/EG für Maschinen und müssen die in Anhang I dieser Richtlinie aufgeführten, grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen für Konstruktion und Bau von Maschinen erfüllen.
Von einer Übereinstimmung mit der EG-Richtlinie 2006/42/EG für Maschinen kann man ausgehen, wenn eine Presse der Metallbearbeitung nach folgenden Normen produziert worden ist:

  • DIN EN 692 "Werkzeugmaschinen - Mechanische Pressen - Sicherheit",
  • DIN EN 693 "Werkzeugmaschinen - Sicherheit - Hydraulische Pressen",
  • DIN EN 12622 "Sicherheit von Werkzeugmaschinen - Hydraulische Gesenkbiegepressen",
  • DIN EN 13736 "Sicherheit von Werkzeugmaschinen - Pneumatische Pressen",
  • DIN EN 14673 "Sicherheit von Maschinen - Sicherheitsanforderungen an hydraulisch angetriebene Warm-Freiformschmiedepressen zum Schmieden von Stahl und NE-Metallen"

Die Normen können beim Beuth-Verlag bezogen werden.

Tipp

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Servopressen (Pressen mit E-Antrieben als Hauptantrieben) können normalerweise nicht völlig übereinstimmend mit den vorliegenden DIN EN-Normen hergestellt werden (z. B. wegen nicht vorhandener Kupplung, reduzierter Ventilbestückung, Realisierung von Bremsentest und "Übernahme"). Daher müssen "Anhang IV"-Servopressen zurzeit einer Baumusterprüfung unterzogen werden. Die Ausnahme greift, wenn bei der Fertigung ein "umfassendes Qualitätssicherungssystem" (gemäß Anhang X der EG-Richtlinie 2006/42/EG) zum Einsatz kommt.

Normen

Mittlerweile wurden für Pressen der Metall-Kaltbearbeitung internationale Normen erarbeitet:

  • DIN EN ISO 16092-1 "Werkzeugmaschinen -Sicherheit – Pressen – Teil 1: Allgemeine Sicherheitsanforderungen“
  • E DIN EN ISO 16092-2 „Werkzeugmaschinen - Sicherheit von Pressen – Teil 2: Mechanische Pressen“
  • DIN EN ISO 16092-3 „Werkzeugmaschinen – Sicherheit – Pressen – Teil 3: Sicherheitsanforderungen für hydraulische Pressen“
  • E DIN EN ISO 16092-4 „Werkzeugmaschinen - Sicherheit von Pressen – Teil 4: Pneumatische Pressen“

(Der DIN EN 692, der DIN EN 693 und der DIN EN 13736 wird jeweils noch eine gewisse Übergangsfrist eingeräumt.)

Alte, nicht wesentlich veränderte und nicht in den EWR importierte Pressen (ohne „CE“) müssen den Beschaffenheitsanforderungen nach Betriebssicherheitsverordnung genügen. Zu deren Konkretisierung werden im Falle von Pressen der Metallbearbeitung normalerweise die anzuwendende arbeitsmittelspezifische Unfallverhütungsvorschrift (z.B. VBG 7n5.1 „Exzenter- und verwandte Pressen“) und mitgeltende Unfallverhütungsvorschriften (z.B. VBG 5 „Kraftbetriebene Arbeitsmittel“) in der letzten Fassung, mit Ausnahmen, herangezogen. An alte pneumatische Pressen (ohne „CE“) der Metallbearbeitung wird in etwa derselbe Bewertungsmaßstab angelegt wie an alte hydraulische Pressen (ohne „CE“) für dasselbe Einsatzgebiet:

Weitere, zur Konkretisierung der Beschaffenheitsanforderungen nach BetrSichV an solche Pressen heranziehbare Schriften sind die zutreffenden Anhänge der DGUV-Information 209-030 sowie die DGUV-Informationen FBHM-084 und FBHM-089.

Bestimmungen für den Betrieb von Pressen in der Metallbearbeitung

  • Jugendliche dürfen an Pressen in der Regel nicht beschäftigt werden
  • Einrichter und Kontrollpersonen benötigen für ihren Einsatz eine spezielle Ausbildung und müssen älter sein als 18 Jahre
  • An Pressen bislang nicht Beschäftigte müssen während der Einarbeitung besonders beaufsichtigt werden, Betriebsanweisungen sind zu erstellen und die an Pressen Beschäftigten mit deren Inhalt vertraut zu machen, in der Einarbeitungsphase werden sie von erfahrenen Mitarbeitern begleitet
  • Bei Handeinlegearbeiten muss die Betriebsart "Einzelhub" eingestellt sein
  • Wenn - außer bei der üblichen Handbeschickung - der Eingriff zwischen die Werkzeughälften nötig wird, muss die Ausschalteinrichtung betätigt werden
  • Nach dem Einrichten von Handschutzmaßnahmen muss in der Regel zunächst durch eine Kontrollperson festgestellt werden, ob auch die Schutzmaßnahme für den Produktionsbetrieb getroffen und wirksam ist
  • Störungen beseitigt ausschließlich der Fachmann an einer im sicheren Zustand befindlichen Presse
  • Der Stößel größerer hydraulischer Pressen muss bei Arbeiten am eingebauten Werkzeug verriegelt/abgestützt werden
  • Pressen werden turnusmäßig durch befähigte Personen geprüft (bewährte Prüffrist: mindestens einmal jährlich)

Weiterführende Informationen und Downloads