Information zur Verwendung von Handhebelzügen als Anschlagmittel am Fahrzeugkran

Information an die gemäß § 28 der Unfallverhütungsvorschrift „Krane“ (DGUV V 52) durch die Berufsgenossenschaft Holz und Metall für die Prüfung von Kranen ermächtigten Sachverständigen:

Mit diesem Thema hat sich das fachlich zuständige Themenfeld „Krane, Winden, Elektrozüge und Lastaufnahmemittel“ im Sachgebiet „Hütten-, Walzwerksanlagen, Gießereien und Hebetechnik“ des Fachbereiches „Holz und Metall“ der BGHM bereits im Oktober 2013 beschäftigt.

Die mechanischen und sicherheitstechnischen Anforderungen an Anschlagmittel werden von Handhebelzügen (umgangssprachlich als Kettenzüge, Ratschenzüge etc. bezeichnet) eindeutig nicht erfüllt.

Begründung:

  • Die Bruchdehnung der im Handhebelzug verwendeten Lastkette ist zu gering, da diese als feintolerierte Hebezeugkette konzipiert ist. Diese wird über ein Kettenrad im Gehäuse des Handhebelzuges geführt und stellt daher kein Anschlagmittel dar;
  • Der Sicherheitsfaktor des Handhebelzuges ist zu gering, d. h. es können z. B. keine zusätzlichen Kräfte aus der Dynamik, die durch das Verwenden als Anschlagmittel u. a. herrühren und beim Heben und Bewegen von Lasten zwangsläufig auftreten, aufgenommen werden;
  • Es fehlt eine ausreichende Dauerschwingfestigkeit des Handhebelzuges.

Beispielhaft findet sich in der Betriebsanleitung eines namhaften Herstellers unter „Sachwidriger Verwendung“ der Hinweis: „Die Lastkette darf nicht als Anschlagkette (Schlingkette) verwendet werden“.

Beschluss:

Das Verwenden von Handhebelzügen als Anschlagmittel am Fahrzeugkran ist unzulässig. 

Zuständiger Fachreferent 

Dietmar Kraus
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) e. V.
Themenfeld Krane, Winde, Elektrozüge
Sachgebiet Hütten-, Walzwerksanlagen, Gießereien und Hebetechnik
des Fachbereichs Holz und Metall
c/o Berufsgenossenschaft Holz und Metall