Gefährdungen erkennen

Dreistufiges Vorgehen zur Gefährdungsbeurteilung

Gefährdungen erkennen

Eine Gefährdungsbeurteilung unterstützt Sie dabei, Risiken in Ihrem Unternehmen aufzudecken und Belastungsschwerpunkte zu erkennen. Sie ist eine wichtige Grundlage zur Entscheidung über betriebliche Präventionsmaßnahmen.

Um Ihnen die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung bei möglichen Muskel-Skelett-Belastungen Ihrer Beschäftigten zu erleichtern, empfiehlt sich das folgende mehrstufige Vorgehen.

Tipp

PDF-Download für Sie: Ablaufplan. Gefährdungsbeurteilung bei Belastungen des Muskel-Skelett-Systems

Stufe 1 – Orientierende Gefährdungsbeurteilung:

Laden Sie sich am besten folgende Checkliste für ein einfaches Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung herunter.

Diese Checkliste bietet mehrere Vorteile:

  • Die meisten Betriebe können mit ihr die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung durchführen.
  • Sie ist speziell für betriebliche Praktiker geeignet.
  • Sie kann im Betrieb schnell und einfach ausgefüllt werden.
  • Das Ergebnis gibt dem Betrieb einen ersten Überblick über mögliche Gefährdungen.

Haben Sie mindestens einen Punkt der Checkliste mit „Ja“ beantwortet, liegt wahrscheinlich eine gefährdende Belastung von Rücken oder Gelenken in Ihrem Betrieb vor. Dann sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um die Belastungen zu vermindern und danach die Gefährdungsbeurteilung wiederholen.

Können Belastungen mit Hilfe der Checkliste und der ergriffenen Maßnahmen nicht eindeutig erkannt bzw. nicht wirksam gemindert werden, so ist eine vertiefende Gefährdungsbeurteilung nach Stufe 2 erforderlich.

Stufe 2 – Vertiefende Gefährdungsbeurteilung

Für eine vertiefende Gefährdungsbeurteilung nach Stufe 2 gibt es folgende Gründe:

  • Eine vermutete Gefährdung kann mit der Checkliste nicht ausreichend beurteilt werden, oder
  • für eine mit der Checkliste erkannte Gefährdung konnte die Belastung nicht wirksam vermindert werden.

In diesen Fällen stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die eine tiefer gehende Gefährdungsbeurteilung erlauben.

Eine entsprechende Tabelle können Sie unten herunterladen. Die Tabelle richtet sich an

  • Betriebliche Praktiker oder
  • Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit

Stufe 3 – Unterstützung durch externe Spezialisten

Bei Vorliegen einer der folgenden drei Punkte ist eine spezielle Gefährdungsbeurteilung nach Stufe 3 notwendig:

  • In der Tabelle zu Stufe 2 ist kein Beurteilungsverfahren mit der Anwendergruppe „Betrieblicher Praktiker“ oder „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ aufgeführt.
  • Bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung entstehen Fragen, die vor Ort nicht geklärt werden können.
  • Nach der durchgeführten Gefährdungsbeurteilung entstehen Fragen hinsichtlich der Auswahl wirksamer Maßnahmen zur Belastungsreduzierung, die vor Ort nicht geklärt werden können.

Die in dieser Stufe anzuwendenden Verfahren der vertiefenden Gefährdungsbeurteilung sind in aller Regel so komplex, dass eine Zusammenarbeit mit arbeitswissenschaftlichen Experten, Arbeitsgestaltern, Konstrukteuren und dergleichen unbedingt erforderlich ist.

Der erste Ansprechpartner für Ihre Fragen sollte immer Ihre zuständige Aufsichtsperson sein. Sie erhalten dort fachkompetente Beratung, aber auch Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung sowie ggf. über weitere Präventionsexperten/innen eine vertiefende Belastungsanalyse.