Manipulation von Schutzeinrichtungen an Werkzeugmaschinen
Fachtagung „Manipulation“ am 23.11.2006 im BGAG Dresden
Alle sind Opfer!
Jeder kann Täter sein!
Wir müssen die Ursachen lösen, nicht die Auswirkungen!
Diese kurze Ergebniszusammenfassung beendete die aus Sicht aller 120 Beteiligter sehr erfolgreiche Fachtagung zum Thema „Manipulation von Schutzeinrichtungen an Maschinen“, die auf Einladung des Fachausschuss Maschinenbau Fertigungssysteme Stahlbau der Berufsgenossenschaft Metall – Süd in Kooperation mit dem berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz (BGIA) und dem berufsgenosssenschaftlichen Akademie für Arbeits- und Gesundheitsschutz (BGAG) am 23.11.2006 im Akademiehotel der BGAG in Dresden durchgeführt wurde. Die Fachtagung basiert aus einer integrativen berufsgenossenschaftlichen Studie zum gleichen Thema, die im Frühjahr 2006 in einem BGIA – Report (s.u.) zusammengefasst wurde.
Neben der Vorstellung der Studie aus gesamtheitlicher, psychologischer, technischer und juristischer Sicht wurden erstmals betriebswirtschaftliche Sichtweisen zum Thema vorgestellt. Kern des betrieblich fundierten Vortrages war, dass durch eine straffe betriebswirtschaftliche Organisation unter Einbeziehung der sicherheitstechnischen Aspekte bei Kauf und Betrieb von hochmodernen Maschinen deutliche wirtschaftliche Verbesserungen und höhere Flexibilität eintreten. Dabei wurde deutlich gemacht, dass hierbei die Mitarbeiter und deren Belangen als Benutzer der Maschinen ein hohes Mitspracherecht eingeräumt werden muss.
Den zweiten Teil der Fachtagung bildete ein aufgeteilter Workshop. Zunächst wurden in offenen Diskussionen Fragen, die Manipulationshandlungen ansprachen, diskutiert und formuliert. Hiernach wurden konkrete Lösungsansätze zu den Fragestellungen des ersten Workshopteils erarbeitet.
Dabei traten nachfolgende Faktoren, die sich als brauchbar gegen Manipulation herausgestellt haben, in den Vordergrund:
- Verfügbare Technik, z.B. ESPE, Schalter, Steuerungen, Bus – Systeme
- Neue gefasst Maschinenrichtline 2006/42/EG
Faktoren, die Maßnahmen gegen Manipulation hemmen, bzw. diese begünstigen wurden wie folgt herausgestellt:
- Hilflosigkeit der verantwortlichen Akteure, sowohl auf Seite der Hersteller, als auch auf Seite der Anwender; Verantwortungsdiffusion.
- Betroffenheit der Akteure (..ich soll verantwortlich sein?...)
- Vorgeschobene Gründe; Probleme werden wegdiskutiert, bzw. unterdrückt
- Stereotype Antworten (z.B. Unterweisung wird immer dann vorgebracht, wenn Antwort nicht genau formuliert werden kann (werden will – werden soll)
Den Abschluss bildete ein Vortrag über zukünftige Technologien, die im Rahmen eines gesamtheitlichen Ansatzes Akzente für intelligente Systeme aufzeigte.
Fazit:
Hauptsächliche Gründe für Manipulationshandlungen an Maschinen sind im Bereich der Ausbildung und Organisation der betrieblichen Akteure sowohl auf herstellender, als auch auf betreibender Seite auszumachen. Auch begünstigt eine mangelhafte Kommunikation zwischen allen Beteiligten Manipulationen. Hierbei abhelfende Akteure werden auf Seite des betrieblichen Managements unter Mithilfe sowohl auf psychologischer als auch auf technischer Seite beheimatet sein.
Weitere Informationen zum Thema:
- BGIA- Report „Manipulation von Schutzeinrichtungen an Maschinen"
- Fachausschuss-Informationsblatt 022 „Alles gegen Manipulation?“
- Praktische Hilfen zur Bestimmung des Manipulationsanreizes einer Schutzeinrichtung
- Erläuterung zur „Praktischen Hilfe zur Bestimmung des Manipulationsanreizes einer Schutzeinrichtung“





