Physikalische Methoden zur Reduzierung der Keimzahl in wassergemischten Kühlschmierstoffen
April 2010
Dr. Isabel Warfolomeow, c/o Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd, Mainz
In wassergemischten Kühlschmierstoffen finden Mikroorganismen nicht nur aufgrund der lebensnotwendigen Komponente Wasser, sondern auch aufgrund eines reichhaltigen Angebotes an Inhaltsstoffen die als Nahrungsgrundlage dienen, gute Lebensbedingungen.
Mikroorganismen sind in der Umwelt allgegenwärtig; das bloße Vorhandensein stellt erst einmal kein grundsätzliches Problem, sondern vielmehr ein Naturgesetz dar. Das erklärte Ziel ist somit nicht mit allen Mittel eine Keimfreiheit zu erreichen - diese ist nur für wenige Bereich, z. B. in der Medizin, erforderlich - sondern die Vermeidung einer kritischen Situation. Was bedeutet das für Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffemulsionen?
Eine Besiedelung mit Mikroorganismen kann einerseits zu einem Abbau von Kühlschmierstoffbestandteilen und damit zu einer erheblichen Verkürzung der Standzeit führen. Andererseits können filmartige Beläge aus Bakterien und Schimmelpilzen (Biofilme) technische Probleme in den Anlagen verursachen, z. B. Verstopfung von Filtern und Rohrleitungen. Auch mögliche gesundheitliche Belastungen der Beschäftigten werden immer wieder im Zusammenhang mit einer Keimbelastung wassergemischter Kühlschmierstoffe diskutiert.
Daher werden in der Regel Biozide als Konservierungsstoffe eingesetzt um das Wachstum von Mikroorganismen zu beschränken. Diese können jedoch ebenfalls aufgrund ihrer oftmals toxischen und sensibilisierenden Eigenschaften die Gesundheit beeinträchtigen. Aus diesem Grund versuchen Hersteller seit Jahren immer wieder wirksame alternative physikalische Verfahren zur Keimzahlreduktion in wassergemischten Kühlschmierstoffen zu entwickeln. Oftmals werden diese Verfahren dann sehr intensiv beworben, halten aber nicht was sie versprechen und der Unternehmer bleibt nicht nur auf den entstandenen Kosten, sondern auch auf seinen Problemen sitzen.
Eine Arbeitsgruppe im Fachausschuss Maschinenbau Fertigungssysteme Stahlbau (FA MFS) hat sich nun dieser Problematik angenommen und die vorliegenden Erfahrungen zu den einzelnen Systemen, die auf dem Markt sind bzw. in der technischen Erprobung, in einem Fachausschuss-Informationsblatt zusammengefasst. Es soll insbesondere Kühlschmierstoff-Anwender darüber informieren, welche Ergebnisse zur Zeit mit dem Einsatz verschiedener physikalischer Verfahren zur Reduzierung der Keimzahl in wassergemischten Kühlschmierstoffen erzielt werden können und was im Einzelnen beachtet werden muss.
Das FA-Infoblatt Nr. 044 <Physikalische Methoden zur Reduzierung der mikrobiellen Besiedelung in wg-KSS> können Sie als pdf-Datei herunterladen.



