Sicheres Betreiben von Erodiermaschinen

Juli / August 2009
Dipl.-Ing. Ralf Kesselkaul, c/o Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd, Mainz

 

Für das Betreiben von Maschinen sind die Forderungen der Betriebssicherheitsverordnung maßgeblich. Daraus ergibt sich für den Betreiber die Verpflichtung, eine Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze unter Berücksichtigung des betrieblichen Umfeldes durchzuführen. Dieser Beitrag soll die Betreiber von Senk- und Drahterodiermaschinen bei dieser Verpflichtung unterstützen und beispielhaft Denkanstöße geben und Maßnahmen beschreiben, die aus den speziellen Gefährdungen des Erodierprozess resultieren können.

 

Senk- und Drahterodiermaschinen:

  • Träger von Herzschrittmachern oder sonstigen elektronischen Implantaten müssen von Erodiermaschinen fern gehalten werden.

  • Erodiermaschinen sind hinsichtlich elektromagnetischer Störungen (EMV) breitbandige Strahler. Gegebenenfalls sind EMV-Maßnahmen notwendig um andere Einrichtungen und Geräte nicht zu stören.

  • Erreichbare unter Spannung stehende am Erodierprozess beteiligte Maschinenteile müssen gegen unbeabsichtigtes Erreichen abgedeckt sein.

 

Senkerodiermaschinen:

  • Auf Grund der Rauchentwicklung an der Oberfläche des Erodierbades muss der Aufstellungsort für eine Senkerodiermaschine gut belüftet sein (natürliche Belüftung).

  • Wird auf Grund der Betriebsweise viel Material wegerodiert (Schruppbetrieb) resultiert daraus gegebenenfalls eine erhöhte Rauchentwicklung und es besteht die Gefahr, dass diese Rauche in die Atemluft der Mitarbeiter gelangen können. Um dies zu verhindern, ist eine Absaugung vorzusehen, die die Rauche an der Entstehungsstelle absaugt.

  • Ein unbemerktes Absinken des Erodierbades während des Betriebes bedeutet eine potentielle Brandgefahr. Aus diesem Grund dürfen Senkerodiermaschinen nicht unbeobachtet (auch nicht kurzzeitig) betrieben werden.

  • Leicht erreichbare CO2-Handfeuerlöscher müssen bereitgehalten werden. Wasserfeuerlöscher sind ungeeignet.

  • Ist es notwendig Senkerodiermaschinen unbeobachtet zu betreiben (z.B. nachts), ist an der Maschine eine automatische Branddetektionseinrichtung mit automatischer Brandlöscheinrichtung unbedingt notwendig.

  • Der Hautkontakt mit Erodierflüssigkeit sollte durch Tragen geeigneter Schutzhandschuhe vermieden werden. Dies gilt auch beim Berühren von Werkstücken, an die Erodierflüssigkeit haftet.

  • Erreichbare unter Spannung stehende am Erodierprozess beteiligte Maschinenteile müssen gegen unbeabsichtigtes Erreichen abgedeckt sein.

  • Wegen der Rutschgefahr durch am Arbeitsplatz vergossene Erodierflüssigkeit sind geeignete Schutzschuhe mit entsprechend resistenten Sohlen zur Verfügung zu stellen. Gummisohlen von Schutzschuhen können durch Kontakt mit Erodierflüssigkeit angegriffen werden.

  • An Senkerodiermaschinen älterer Bauart lässt sich gegebenenfalls das Erodierbecken durch Wegnahme eines Wandbleches komplett öffnen. Bei gefülltem Becken führt dies zu Körperkontakt mit Erodierflüssigkeit und zum Komplettverlust des Erodierbades. Ein entsprechender Warnhinweis am Becken ist hier zweckmäßig.

 

Drahterodiermaschinen:

  • Erreichbare unter Spannung stehende am Erodierprozess beteiligte Maschinenteile als auch der Erodierdraht selbst müssen gegen unbeabsichtigtes Erreichen abgedeckt sein. Dies gilt sowohl für die Drahttransportmechanik als auch für die entsprechenden Auffangbehältnisse für den verbrauchten Erodierdraht.