Neue Normen für Industrieroboter

Juli / August 2007
Dr.-Ing. Matthias Umbreit, c/o Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd, Mainz
Seit Februar 2007 gilt für Industrieroboter die Neue Norm DIN EN ISO 10218-1. Wie auch die bisherige DIN EN 775 gilt diese Norm vornehmlich für den „nackten“ Roboter und wurde nur geringfügig geändert. Eine Übergangszeit ist nicht vorgesehen. Die wichtigsten Änderungen sind:
- Anpassung an zwischenzeitlich entstandene A- und B-Normen, z. B. EN ISO 12100, EN ISO 13849, EN IEC 61496 etc.;
- Nur noch 3 stufige Zustimmungsschalter bei Neuanlagen;
- Einzelanwahl jedes einzelnen Roboters bei kooperierenden Robotern. Anzeige des angewählten Roboters. Verhinderung des unerwarteten Anlaufs von nicht angewählten Robotern nach EN ISO 13849-1, Kategorie 3;
- Roboter, die für assistierenden Betrieb vorgesehen sind, d. h. Zusammenarbeit mit Menschen ohne trennenden Schutzzaun, müssen über eine sichere Steuerung verfügen, mindestes nach EN ISO 13849-1 Kategorie 3.
Die DIN EN ISO 10218-1 ist eine harmonisierte Norm nach der Europäischen Maschinenrichtlinie und darüber hinaus als ISO-Norm weltweit gültig. Sie ist im Amtsblatt der EU gelistet. Dadurch wird bei Einhaltung der Normanforderungen automatisch auch die Einhaltung der gesetzlichen Maschinenrichtlinie angenommen – Ein großer Vorteil, insbesondere für Lieferanten in das Europäische Ausland.
Des Weiteren ist die Norm prEN ISO 10218-2 für Roboteranlagen in Vorbereitung. Hier werden erstmals anlagenspezifische Anforderungen festgelegt, z. B. Abmessungen von Umzäunungen, Bereichseingrenzungen, Materialschleusen. Auch die Details für assistierende Arbeitsplätze sollen hier festgeschrieben werden. Der Entwurf der prEN ISO 10218-2 wird voraussichtlich Anfang 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach Einarbeitung der Kommentare ist mit der Herausgabe als harmonisierte DIN EN-Norm Ende 2008 zu rechnen.
In der September-Ausgabe Artikel zum Thema „Mikrobielle Besiedlung wassergemischter Kühlschmierstoffe“


