Sicherheit bei der Hydraulik-Instandhaltung

Juni 2007
Dipl.-Ing. Reinfried Stollewerk, c/o Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd, Mainz
Hydraulische Steuerungen werden in vielen Maschinen eingesetzt, bei denen große Kräfte und Momente mit hoher Leistungsdichte gefordert werden. Dies ist bei zahlreichen stationären Maschinen und Produktionsanlagen, aber auch bei mobilen Anwendungen der Fall.
Aufgrund der hohen einwirkenden Kräfte sowie der Verschmutzung des Hydraulikmediums fallen die hydraulischen Bauteile trotz bester Vorkehrungen von Zeit zu Zeit aus und müssen ersetzt werden. Die erforderlichen Instandhaltungsarbeiten müssen dabei von Mitarbeitern der Instandhaltung wie Betriebsschlossern und Anlagenmechanikern oft unter hohem Zeitdruck durchgeführt werden.
Die Gefahren im Zusammenhang mit den Instandhaltungsarbeiten an hydraulischen Teilen von Maschinen und Anlagen sind wenig bekannt, da es keinen offiziellen Lehrberuf „Hydrauliker“ gibt und sich die wenigen Wochen im Rahmen einer Mechatroniker-Ausbildung oft auf die Ansteuerungen von Antrieben, Schaltungen und Ventile beziehen.
Der verantwortliche Vorgesetzte muss die möglichen Gefährdungen bei Instandhaltungsarbeiten ermitteln, geeignete Schutzmaßnahmen festlegen und die Instandhalter regelmäßig unterweisen. Dies ergibt sich aus dem Arbeitsschutzgesetz bzw. der Betriebssicherheitsverordnung.
Seitens der Berufsgenossenschaften ist diese Thematik nun erstmals ausführlich in einem neuen Sicherheitslehrbrief BGI 5100 „Sicherheit bei der Hydraulik-Instandhaltung“ aufgegriffen worden. An der Erarbeitung haben Vertreter von 13 verschiedenen Berufsgenossenschaften sowie von Maschinenbetreibern mitgewirkt. Dadurch wird mit der neuen BGI 5100 einem breiten Spektrum von Betreibern hydraulischer Steuerungen eine Hilfestellung für die Gefährdungsanalyse, die Schutzmaßnahmen und Unterweisungen gegeben. Hervorzuheben sind speziell die Kapitel zu Arbeiten an:
-verschiedenen Hydraulikkomponenten (Zylinder, Ventile, Hydrospeicher usw.),
-stationären Anlagen (Produktionsmaschinen, Transferstrassen, Werkzeugmaschinen usw.) sowie
-mobilen Geräten (Baumaschinen, Binnenschiffe, Fahrzeugan- und -aufbauten, Flurförderzeuge usw.).
Die BGI 5100 erscheint im zweiten Quartal 2007 und ist kostenlos hier erhältlich.
Thema der Juli/August-Ausgabe: Neue Normen für Industrieroboter


