Drehmaschinen - In Zukunft nur noch eine Typ C Norm?

April 2006
Dipl.-Ing. Ralf Kesselkaul, c/o Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd, Mainz

Mit der Ablehnung durch die zuständigen Normungskomitees im November 2003, die Typ C Norm EN 12415 in eine ISO-Norm zu überführen, war zunächst der erste Versuch gescheitert, eine harmonisierte europäische Werkzeugmaschinennorm zu einer internationalen Norm zu machen. Die Ablehnung wurde mit der Inkonsistenz der vier existierenden EN-Normen für Drehmaschinen begründet.

Daraufhin wurde im Februar 2004 der Beschluss gefasst, unter Berücksichtigung europäischer und außereuropäischer Kommentare alle vier Drehmaschinen-Normen zu einer ISO-Norm zusammenzuführen.
Das Normungsprojekt trägt die Bezeichnung "Machine tools - Safety - Turning machines (ISO 23125)".

Die Veröffentlichung der Norm (ISO 23125) ist bis zum 28.01.2009 geplant.
Ziel ist es, diese ISO-Norm in eine Typ C Norm EN ISO 23125 zu überführen, die dann die vier bestehenden Drehmaschinen-Normen ersetzt.
Im Vergleich des jetzt vorliegenden Entwurfs (CD - Committee-Draft) zu den bestehenden Drehmaschinen-Normen sind folgende Modifikationen wesentlich:

Einteilung der Drehmaschinen in vier Gruppen:

  • (1) Manuell gesteuerte Drehmaschinen ohne numerische Steuerung (NC)
  • (2) Manuell gesteuerte Drehmaschinen mit NC-Funktionalität
  • (3) NC-Drehmaschinen & Drehzentren
  • (4) Automatische Einzel- oder Multispindeldrehmaschinen

Definition neuer Betriebsarten:

  • (1) Automatik
  • (2) Einrichten
  • (3) Manueller Eingriff
  • (4) Service
    Die Betriebsart "Service" wird mittels separater Vorwahleinrichtung vorgewählt und ist gedacht für Inbetriebnahmeprozeduren bei geöffneten Schutztüren und eingeschränkten Automatikfunktionen durch qualifiziertes Personal.

Abkehr von einem maximal zulässigen Drehzahlwert in den Betriebsarten Einrichten und Automatik mit geöffneter Schutztüre:
Die maximal zulässige Drehzahl hängt von der Möglichkeit ab, Werkstück- und Werkzeugspindeln innerhalb von zwei Umdrehungen zum Stillstand zu bringen.

 

Das Thema für die Mai-Ausgabe lautet: "Umgang mit feuerflüssigen Massen"