FA MFS: Sachgebiet Strahlarbeiten

Das CO²-Trockeneis-Strahlen

(Verfasser: Dipl.-Ing. Heinz Körner, 2001)

Das Strahlen ist eine Oberflächenbehandlungstechnik, deren Prinzip darin besteht, das Strahlmittel in Strahlgeräten unterschiedlicher Systeme zu beschleunigen und zum Aufprall auf die zu bearbeitende Fläche des als Strahlgut bezeichneten Werkstücks zu bringen.

Die jeweils gewünschte Behandlung der Strahlgutoberfläche erfolgt üblicherweise im Druckluftstrahlverfahren, Schleuderstrahlverfahren oder mit dem Druckflüssigkeitsstrahlen.

Diese Verfahren beeinträchtigen die Arbeitsumgebung durch den Strahlvorgang, die Luftverschmutzung und erhebliche Flächenverunreinigungen und sind daher an die Durchführung mehr oder weiniger aufwendiger staubmindernder Maßnahmen wie Kapselung, Abplanung, Unterdruck- und Verwendungsbeschränkungen von Strahlmitteln gebunden.

Diese Nachteile sind nicht mit dem CO2-Trockeneis-Strahlen verbunden, wobei CO2-Granulat (Pellets) mit einer Geschwindigkeit von 300 m/s auf die zu behandelnde Oberfläche gefördert wird. Der Abtrageffekt erfolgt dabei nicht durch den Aufprall dieses Granulats sondern durch die Temperaturerniedrigung der exponierten Oberfläche auf – 60°C, die zur Bildung von Rissen in der Beschichtung führt. In diese Risse dringt Eisstaub ein, der unter enormer Volumenvergrößerung zu gasförmigem CO2 wird und ein "Abspringen" der gerissenen Schicht bewirkt. Diese Arbeiten werden in der Regel im Freistrahlverfahren ausgeführt, die mit erheblichen Vorteilen z. B. beim Reinigen von Formen und Maschinenwerkzeugen im Einbauzustand dieser Teile erfolgen können, z. B. im Gießerei- und Kunststoffbearbeitungsbereich. Steigende Tendenzen werden aber auch im Fahrzeug- und Schiffbau sowie im Stahlbau beobachtet, wenn die Art der Beschichtung und die Kostenrechnung den Einsatz zulässt. Trockeneisgranulat kann fremdbezogen oder neuerdings beim Verwender am Einsatzort hergestellt werden.

Von Sicherheitsrelevanz ist, dass Trockeneisgranulat wegen der Volumenvergrößerung beim Vergasen auf keinen Fall verschluckt wird, dass die Arbeiten nicht in ungelüfteten engen Räumen erfolgen und wärmeisolierende Handschuhe und Gehörschutzmittel bereitgestellt und benutzt werden.

 

Die Zertifizierung von Strahlmaschinen und –geräten liegt im Aufgabenbereich der Prüf- und Zertifizierungsstelle des FA MFS (Email).