Schadstoffe in der Schweißtechnik

Schweißrauch bei nicht aktiver Absaugung

Zur Schweißtechnik zählt man zahlreich, zum Teil sehr unterschiedliche Verfahren, wie

  • Autogentechnik (Gasschweißen, Flammwärmen, Brennschneiden u. a.),
  • Lichtbogentechnik (Lb-Hand-, MIG-, MAG-, WIG-, Plasmaschweißen, Plasmaschneiden u. a.),
  • Laserstrahlverfahren (Laserstrahlschweißen, -schneiden u. a.),
  • Widerstandsschweißen (Punkt-, Rollennaht-, Abbrennstumpfschweißen u. a.),
  • Löten (Flammlöten Mikrolöten u. a.),
  • thermisches Spritzen (Flamm-, Lichtbogen-, Plasmaspritzen u. a.).

Bei bestimmten, besonders häufig benutzten Verfahren gehen vom jeweiligen Energieträger spezifische Gefährdungen aus, vor allem durch

  • brennbare Gase und Sauerstoff in der Autogentechnik und der Löttechnik,
  • elektrischen Strom in der Lichtbogentechnik.

Diese spezifischen Gefährdungen addieren sich zu den generellen, für die meisten schweißtechnischen Verfahren gemeinsamen Problemen, wie optische Strahlung, Lärm, Brände und Explosionen, lokale Hautverbrennungen, mechanische Gefährdungen.

Wesentliche verfahrensübergreifende, jedoch in der Lichtbogentechnik besonders deutliche Gesundheitsgefährdungen bestehen durch Schadstoffe (lungenbelastende, toxische oder krebserzeugende Rauche mit chronischer Wirkung und toxische, akut oder chronisch wirkende Gase).

Die beim Schweißen und bei verwandten Verfahren entstehenden gas- und partikelförmigen Stoffe (Schweißrauche), können in unzuträglicher Konzentration zu einer Gesundheitsgefährdung der Beschäftigten führen. In der schweißtechnischen Praxis werden sie als Schadstoffe bezeichnet. Sie zählen zu den Gefahrstoffen im Sinne der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).  Die ständige Weiterentwicklung und Verfeinerung der schweißtechnischen Verfahren, sowie die Verwendung neuer Werkstoffe machen es erforderlich, die Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten anzupassen und Verbesserungen der Arbeitsplatzbedingungen zu ermöglichen.

Dieses komplexe Thema wurde erst in den beiden letzten Jahrzehnten erkannt, diskutiert und zumindest teilweise erforscht. Hierzu und zur Formulierung des Sachstandes und notwendiger Schutzmaßnahmen hat - nach Vorarbeiten in den achtziger Jahren - das FAMO-Sachgebiet "Schadstoffe in der Schweißtechnik" entscheidend beigetragen. Dessen Tätigkeit - wie auch die der Sachgebiete "Gasschweißen" und "Elektroschweißen" - erfolgte stets in enger Zusammenarbeit mit Normungsgremien und vor allem hier mit dem "Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS)", der eine Reihe wichtiger Schadstoff-Forschungsarbeiten initiierte und förderte. (Der DVS ist einer der großen technisch-wissenschaftlichen Vereine in Deutschland und unterhält zahlreiche, mit der Wirtschaft kooperierende Ausbildungsstätten für Schweißer und schweißtechnische Führungskräfte). Auch die laufende Mitarbeit des Sachgebiets "Schadstoffe in der Schweißtechnik" im "International Institut of Welding (IIW)" und dessen Kommission "Health and Safety" - mit dem regelmäßigen Erfahrungsaustausch zwischen Fachleuten aus Arbeitsmedizin, Schweißtechnik und Sicherheitstechnik gerade auf dem Gebiet der schweißtechnisch bedingten Schadstoffe - hat sich als sehr fruchtbar erwiesen.

In diesem Zusammenhang wurden und werden weiter Forschungsvorhaben initiiert und begleitet. Die ausgewerteten Ergebnisse wurden und werden weiter publiziert und in den Präventionsmaßnahmen integriert.  Den aktuellen Stand der Technik wird Rechnung getragen. Darüber hinaus wird  einen weltweiten Erfahrungsaustausch mit den Experten im Internationalen Institut für Schweißen (IIW) kontinuierlich gepflegt. Auf europäische und internationale Ebene wird die Normung zum Thema Schadstoffe beim Schweißen und verwandte Verfahren begleitet und der schweißtechnischen Praxis angepasst.
Die bisherigen Ergebnisse der von uns begleiteten Forschungsvorhaben und Untersuchungen geben Informationen zur Schadstoffentstehung und -vorkommen, zu den Einflussfaktoren und zur arbeitsmedizinisch-toxikologischen Bewertung der stoffspezifischen Wirkung aber auch zur verfahrens-/werkstoff-spezifischen Gesamtwirkung der Schweißrauche. Strategien zur Gefährdungsbeurteilung werden aufgezeigt. Schutzmaßnahmen zur Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) sowie zur Minimierung der Gefährdung durch Schadstoffe werden genannt.

Diese  Erkenntnisse aus der nationalen und internationalen Arbeit stehen hier als Download zur Verfügung.

Fachbeiträge

Weiterführende Informationen und Downloads

Informationsermittlung nach Gefahrstoffverordnung

Internationaler Erfahrungsaustausch - Ultrafeine Partikel im Schweißrauch

Forschungsvorhaben

Fragebogen

Literaturreport

Tagungsbände

Hinweis

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Info

Bewertung der Schweißrauchexposition mittels Berechnung einer Gefährdungszahl hier online berechnen.

Weitere Fragen

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